Leserbriefe schreiben
Aus ff 47 vom 20. November 2008
Zeitgenosse Don Quichotte
Leute in ff 45/06 über die Vorstellung des „Radierwerkes“ von Markus Vallazza
Sie fragen – in der Unterschrift zu einem Bild, aufgenommen bei der Buchpräsentation Vallazzas, was der Verleger Paulmichl wohl mit mir redet. Ich kann es Ihnen sagen: Ich habe gesagt, dass die ff, wenn ich mich recht erinnere, in den letzten Jahren kaum jemals Notiz von einer Neuerscheinung eines meiner Bücher genommen hat, und habe Paulmichl und mich gefragt, ob sich die ff bei dem Buch „Der Gnadenbrotbäcker“ mit Texten von mir und Zeichnungen von Kay Voigtmann, das zu meinem 75. Geburtstag 2009 bei Paulmichl, also im Folio-Verlag, erscheint, zu einem Zweizeiler über dieses Buch wird durchringen können. Wir...
mehr...Pendleralltag
Panorama-Meldung in ff 44/08 über die Verspätungen bei der Vinschger Bahn
Das Vinschgau oder der Vinschgau? Nichtsdestotrotz, ganz so optimal läuft die hoch- und vielgepriesene Vinschger Bahn dann leider doch nicht ...
Elisabeth Baldauf, Wien
Operation Lifting
Titelgeschichte in ff 45/08 über die Turbulenzen in der Südtiroler Volkspartei
Wer an Vintl vorbeifährt und die Südseite des Dorfes genauer betrachtet, der sieht dort eine Ursache, warum die SVP in Vintl bei der letzten Wahl 17,5 % der Stimmen eingebüßt hat. Mich wundert, dass sie nicht noch mehr verloren hat. Im Süden von Vintl hat die Landesregierung kurz vor den Wahlen angefangen, eine Umfahrung von Vintl zu bauen, eine Umfahrung der Umfahrung, die Vintl ja schon hat.
Der Großteil der Vintler Bevölkerung hat sich in einer Unterschriftenaktion gegen die übertriebenen und landschaftsfressenden Ausbaupläne der Pustertalerstraße, wie sie von der Landesregierung vorgelegt wurden, ausgesprochen. In der selbstverwalteten Volksbefragung im Pustertal...
mehr...Loch im Museum
Panorama-Meldung in ff 46/08 über das Defizit des Museion in Bozen
Des Museums Rechenkunst gleicht dem sprichwörtlich blauen Dunst.
Inkompetente können nicht testen
begnügen sich mit Headhunters Resten.
Die Putzfrau muss zweisprachig sein
für die Chefin genügt Französisch allein.
Verschwendungssucht macht Appetit, darum spielt die Direktrice fleißig mit.
Volksschüler lernen die Kostenaddition, Controller haben null Ahnung hiervon.
Südtirol erfindet das BWL-Phänomen: Fataler Kurzschluss im Kontrollsystem.
Tröstlich, der Fehlbetrag ist relativ klein.
Im Stromdeal legt Edison die Sel herein.
Die Wirtschaftskrise am Land zerschellt. Bürokratismus überlebt in eigener Welt.
Othmar K. Janach, Sand in Taufers
500 Millionen
Panorama-Meldung in ff 45/08 über einen offenen Brief des Energieunternehmers Helmuth Frasnelli
Konkurrenz belebt die Wirtschaft und grundsätzlich sollten Projekte mit dem besten Umweltplan auch die Ausschreibung gewinnen.
WEM gehört das Wasser? Dem Land –also wenigen Politikern – oder einigen Wirtschaftstreibenden, die nur ein kurzfristiges Gewinndenken im Auge haben oder uns allen und unseren nachfolgenden Generationen? Wasser und Flüsse sind nicht vermehrbar und im Alpenraum bis auf einen kleinen Prozentsatz ausgezehrt, deshalb muss man mit einem solchen Gut umsichtig umgehen. Unser Wasser gehört nur wirklich uns, solange es unverbaut, ohne in Rohren und Turbinen zu verschwinden, in Bächen und Flüssen natürlich fließen darf.
Erfreulich, wenn sich lokale Betriebe sowohl für die Umwelt als auch für die Wirtschaft einsetzen. Wenn Herr Frasnelli glaubt, mit seinen 500 Millionen Euro,...
mehr...Die grüne Baustelle
ff 46/08 über die Krise der Grünen und die Diskussion in der Partei
In der letzten Ausgabe beklagten gleich zwei Bewegungen (Arbeitnehmer und Grüne) den Ausgang der letzten Landtagswahlen. Dabei wurde nach allen möglichen Ursachen und Ausreden gesucht ohne eine schlüssige Antwort zu finden. Dies ist auch nicht verwunderlich, befinden sich ihre „Totengräber“ doch in den eigenen Reihen.
Es sind jene Karrieristen, die eine Veränderung der Gesellschaft mit der Veränderung ihrer persönlichen Situation verwechseln. Man bedenke nur, dass die Arbeitnehmer im ablaufenden Landtag 7 von 21 Abgeordneten stellten. Auch dem grünen Spitzenkandidat war sein Präsidentenamt wichtiger als der Einsatz für die „grüne Sache“.
Erich Holzner, Naturns
Südtirol gehört nicht den Schützen
Leitartikel in ff 46/08 über den Protest der Schützen gegen Siegesdenkmal und Mussolini-Fries
Es stimmt nachdenklich, dass es bis herauf ins 21. Jhd. in Südtirol immer noch ein faschistisches Gedankengut mit versteinerten/fossilierten Relikten an öffentlichen Gebäuden gibt. Während in Deutschland und Österreich durch Gedenktage, Zeitzeugnisse und Dialogbereitschaft dem Vergessen der Nazi-Greueltaten - auch auf politischer Ebene – durch kritisches Hinterfragen entgegengewirkt wurde, unterstützt ein italienischer Verteidigungsminister im Jahr 2008 neuerdings die Verherrlichung faschistischer Unterdrückungssymbole am Siegesdenkmal und am Finanzamt in Bozen.
Einem Minister des Staates Italien würde man es im 21. Jhd. zumuten dürfen (oder auch nicht?), einen Lernprozess aus der Geschichte vollzogen zu haben. Ein Beispiel könnte sich dieses uneinsichtige Regierungsmitglied von...
mehr...Südtirol gehört nicht den Schützen
Leitartikel in ff 46/08 über den Protest der Schützen gegen Siegesdenkmal und Mussolini-Fries
Wer heute behauptet, wie Herr Bacher in der Fernsehsendung „Pro und Contra“ im Rai-Sender Bozen, dass die italienische Regierung immer noch eine faschistische Haltung gegenüber Südtirol einnimmt, hat den Faschismus wohl nie erleben müssen. Heute leben wir in einem demokratischen Land, wir haben unsere Autonomie, es herrscht Wohlstand. Darum beneiden uns viele – auch nördlich des Brenners.
Eine Kundgebung gegen faschistische Symbole in Südtirol ist zu verstehen, aber gleichzeitig die Unterdrückten zu spielen und nach „Tiroler Einheit – Zurück zu Österreich – Selbstbestimmung“ zu schreien, ist ein scheinheiliges Doppelspiel, mit dem viele Südtiroler nicht einverstanden sind.
Diese Großveranstaltung der Schützen, in...
mehr...Südtirol gehört nicht den Schützen
Leitartikel in ff 46/08 über den Protest der Schützen gegen Siegesdenkmal und Mussolini-Fries
Die Symbiose zwischen Südtirolern und Italienern hat auch in der heutigen Zeit tiefe, schmerzliche Wunden in die Herzen der Südtiroler gebracht. Südtirol will einerseits ein liberales, freies und unabhängiges Land sein, andererseits möchte sich Südtirol international auf höchstem Niveau präsentieren.
Die Kundgebung in Bozen gegen die faschistischen Relikte war sicher phasenweise ein Erfolg für die Protestierenden, obwohl diese sicher mit diesen etwas undurchsichtigen Parolen nicht den größten Erfolg einheimsen werden. Es müssen und sollten der Dialog, das Gespräch und die Gemeinschaft gesucht werden, um diese lang anhaltenden politischen Differenzen zu lösen und auf den Punkt zu bringen.
Die...
Südtirol gehört nicht den Schützen
Leitartikel in ff 46/08 über den Protest der Schützen gegen Siegesdenkmal und Mussolini-Fries
Ich hätt’ da mal ein paar Fragen. Ich kann einfach nicht verstehen, um was es den Verantwortlichen dieses stimmungsvollen Schützenmarsches durch Bozen ging. War es wirklich eine Kundgebung gegen die Faschistenrelikte? Wenn ja, warum dann die separatistischen Parolen „Südtirol ist nicht Italien“ oder „Los von Rom“, die eine sachliche Diskussion von vorneherein ad absurdum führen? Wurde hier etwa bewusst so einiges durcheinandergebracht?
Glauben denn die Kommandanten und Majore wirklich allen Ernstes, dieser Aufmarsch würde in rechten italienischen Kreisen eine Diskussion über Sinn und Zweck von faschistischen Denkmälern hervorrufen? Wollen das die Marschierer überhaupt? Sind sie in ihrem heutigen Auftreten...