Aus ff 10 vom 11. März 2010
Szene: Junge Wilde aus dem Vinschgau
„The looky but no touchy“: Die Band ist noch in den Kinderschuhen, aber überzeugt schon jetzt mit Gefühl, Talent und einer herausragenden Stimme.
Es war eine heiße Sommernacht im August 2009. Tief, tief im Vinschgau kollidierte der Wunsch eines jungen Musikers, live Musik zu machen, mit etwas zu viel Bier. So kam es, dass der 23-jährige Schlanderser Patrick Strobl ein Musikprojekt ins Leben rief: „The looky but no touchy“.
Noch bevor der merkwürdige Bandname, der ein Zitat aus einem britischen Junky-Film ist, feststand, trommelte Patrick alte Musikerkollegen zusammen, die ihn bei der Verwirklichung seines Traums nur zu gerne unterstützten. So ist „The looky but no touchy“ ein wild zusammengewürfeltes Ensemble erfahrener und sehr talentierter Musiker: Der Keyboarder Erik Norman ist stark von Metal beeinflusst, während Bassist Veit Rinner eher aus der „Ska- Branche“ kommt. Martin „Woldo“ Ohrwalder sorgt für den Rythmus und versucht sein Percussionspiel durch zahlreiche Workshops mit Weltklassemusikern wie Dom Famularo oder Thomas Lang zu perfektionieren. Kevin Prantl alias „Otty Flotti Kamotti“ studierte in der Akademie CDM Blues- und Jazz-Gitarre und war Mitglied der erfolgreichen Band „sea of faces“. Ein bunter Mischmasch also, der sich auch im Sound bemerkbar macht: Der „The looky but no touchy“- Stil schwebt derzeit irgendwo zwischen Funk, Blues, Country und Ska. Sänger Partrick Strobl bringt mit seiner klaren und gefühlvollen Stimme die Seele in die Songs.
Es gibt hierzulande leider nicht allzu viele Sänger, die mit so viel Gefühl und Emotion singen – deshalb sticht er aus der Masse hervor und überzeugt. Nachdem der Student seine musikalischen Gehversuche in diversen Ska- oder Metal-Bands gemacht hat, findet er so langsam seinen eigenen Weg. In den Songtexten erzählt er ganz unverblümt und offen von seinem Leben und verarbeitet so manches Erlebnis. „See you“ zum Beispiel handelt vom Tod eines geliebten Menschen, während „Linas Song“ von einer etwas mürrischen Freundin erzählt und diese aufheitern soll. Der neueste Song „Lady in black“ ist sehr melancholisch und mitreißend und hat das Prädikat „hitverdächtig“ verdient. „Der Song handelt von (Winter) Depressionen. Die Depression ist wie eine schwarz gekleidete Frau, die ihren Schleier über dich legt und alles grau und dunkel macht“, erzählt Patrick. Die Texte hält er bewusst einfach, um den – manchmal schwierigen und komplizierten – Situationen, denen man im Leben begegnet, entgegenzuwirken und sie leichter verständlich und begreifbar zu machen.
Einen ersten Eindruck von der jungen Vinschger Band kann man sich unter www.myspace.com/pattyfu machen wobei man die Soundqualität aber besser außer Acht lassen sollte. Auch auf die erste CD muss man sich noch ein wenig gedulden, was ein Grund mehr ist, sich die Truppe live anzuhören. Vielleicht am 19. Februar beim Live Award in Terlan, oder am 25. Februar im Forum in Meran.
Sarah Tappeiner