Aus ff 01 vom 31. December 2008

500 Millionen

Panorama-Meldung in ff 45/08 über einen offenen Brief des Energieunternehmers Helmuth Frasnelli


Konkurrenz belebt die Wirtschaft und grundsätzlich sollten Projekte mit dem besten Umweltplan auch die Ausschreibung gewinnen.

WEM gehört das Wasser? Dem Land –also wenigen Politikern – oder einigen Wirtschaftstreibenden, die nur ein kurzfristiges Gewinndenken im Auge haben oder uns allen und unseren nachfolgenden Generationen? Wasser und Flüsse sind nicht vermehrbar und im Alpenraum bis auf einen kleinen Prozentsatz ausgezehrt, deshalb muss man mit einem solchen Gut umsichtig umgehen. Unser Wasser gehört nur wirklich uns, solange es unverbaut, ohne in Rohren und Turbinen zu verschwinden, in Bächen und Flüssen natürlich fließen darf.


Erfreulich, wenn sich lokale Betriebe sowohl für die Umwelt als auch für die Wirtschaft einsetzen. Wenn Herr Frasnelli glaubt, mit seinen 500 Millionen Euro, die er für die Verwirklichung von sechs E-Werksprojekten bereitstellt, einer weltweit negativen Entwicklung entgegenzuwirken, ist dies fraglich. Vor allem wenn man bedenkt, dass Südtirol ein Tourismusland ist, mit Wildbächen und intakten Flussläufen wirbt und somit die Natur unser langfristiges Kapital darstellt.


Der Ausgang der Landtagswahlen und der herbe Stimmenverlust unseres Umweltlandesrates zeigen deutlich, dass die Menschen mit einigen Bereichen der bisherigen Umweltpolitik nicht zufrieden waren. Herr Frasnelli, seien Sie ehrlich, gleich wie anderen Mitbewerbern geht es auch Ihnen letztendlich ausschließlich um die immensen Gewinne aus der Spitzenstromproduktion, zurzeit zusätzlich angeheizt durch die Subventionierung mit Grünzertifikaten.


Ein Stück naturbelassener Fluss ist für Mensch, Fauna und Flora ein unersetzbares Gut, das mit keinem Gegenwert aufzuwiegen ist.


Fleckinger Walter, Überegger Verena,


Initiativgruppe Mauls