Aus ff 10 vom 11. März 2010

Szene: The Dirty Stix: Gewagtes

Nach vierjährigem Bestehen veröffentlicht die Eisacktaler Band „The Dirty Stix“ ihr Debütalbum.

Ein Konzeptalbum zu produzieren, hat in der Südtiroler Musikszene noch kaum einer gewagt. Selbst internationale Größen haben oft Zweifel, derartige Projekte zu veröffentlichen, da es musikalisch oft in Richtungen läuft, die man von der Band nicht gewohnt ist. Die Rocker aus dem Eisacktal haben nun den Mut gefasst, gleich ihr Debüt als Konzeptalbum zu releasen. Beim Namen „The Dirty Stix“ denkt man an klassischen Hardrock oder vielleicht an Glamrock. Doch hier findet man weder das eine, noch das andere. Den Sound auf dem Album mit dem Titel „Gulm Seek“ kann man kurz so beschreiben: „The Dirty Stix“ wollen Hardrock spielen, bei dem man an manchen Stellen irgendwie Metal-Riffs und sogar Punkklänge heraushören kann. Eines der Bandmitglieder sprach von einem spontanen Komponieren, ohne sich wirklich an einem Genre zu orientieren. Es klingt fast so, als durfte in den Songs jeder seine musikalischen Interessen und Ideen verwirklichen, getragen vom Mut, Elemente zusammenzufügen, die vielleicht nicht zusammenpassen. Eine Art Freundschaftsprojekt, bei dem keiner den Kürzeren zog. Der Gesang stammt von den Gitarristen Joe und Harry, für drei Songs haben sich „The Dirty Stix“ noch Annika Pitscheider ins Studio eingeladen. Die deutschen Lyrics bilden einen einheitlichen Erzählstrang, dem der Meraner Schauspieler, Regisseur und Sprecher Günther Götsch seine interessante Baritonstimme verleiht. Ein gewagtes, aber durchaus ansprechendes Projekt. Musikalisch gibt es kaum etwas auszusetzen, da die Jungs wirklich etwas draufhaben, aber für ein Konzeptalbum wirkt es dann doch ein wenig orientierungslos. Überdies stößt man mit deutschen Songtexten, vorausgesetzt sie besitzen nicht das gewisse „Etwas“, selten auf viel Gegenliebe. Wer ein großer Fan von Gitarrenmusik ist und sich nicht an Stile festklammert, könnte trotzdem seinen Spaß daran haben.  Philipp Elisabeth