Aus ff 35 vom 02. September 2010

Leserbriefe: Juwel Schaldererbach

Ein Stück Urwald retten, aber den Schaldererbach ruinieren?

„Schüler sammeln für den Ankauf eines Stück Urwaldes…“ steaht in der Zeitung zu lesn. Isch, so wird gelobt, a tolle Aktion von dö jungen Leit gwesn. Der Urwold wird gekaft und geschützt, damit ihn niemand mehr zerstören kann. Mit Umweltschutz, und sei’s weit weg, fongt man nie früh genug un.
A poor Wochn drauf , in Vahrn, im Voitsbergsool sitzn, got nit a so a kloane Zohl olter Esl, dö hoaß diskutiern, wer und wie man dös schianste Talele weitum am schnellstn konn ruinieren.
A wildromantischer, wunderschianer Plotz, an Urwold gleichts, es isch, a no nit vom Turismus überrennter Schotz.
A Wasserle durchrinnts, amol murmelts leise, noar heart man’s rauschn, amol plätscherts vor sich hin, noar siech’sches aufbrausen.
Dös Bachl isch’s, wos den Plotz zu dem mocht wos es isch, zu an Juwel.Dös Wosser haucht Flora und Fauna das Leben ein und dem Talele die Seel. Dös Bachl zwängen wir in Rohre und machen’s zu Geld, dös isch s’uanzige wos zählt in insrer kloankarierten Welt.
Af’n Naturdenkmolschutz do schei…mir drauf, wer braucht schun a Bachl mit an freien Lauf, wenn grüne Energie heint so wertvoll isch und der Gewinn unter a hondvoll Bürger und der Gemeinde schun aufgetoalt isch?
Dö Fischer kriagn eh a poor Euro damit sie sich dö drei Gfrilln derkafnund ohne Wildboch konnsch genausoguat noch Scholders wondern oder lafn. Ah, jo, a poor Hektar Urwold kafn wir a mit dem Geld, weit genua weg, irgendwo in der Dritt’n Welt. Dös muaß drin sein. Denn für den Schutz der Umwelt muß man schun eppas investieren. Gell, Brixner, Vahrner, Scholderer, dös wird es wohl kapieren.


Frieda Kruselburger. Vahrn