Artikel als PDF lesenNächter Auftritt: Am 14. August spielen „Vino Rosso“ live beim Emergency-Festival in Meran.

Aus ff 35 vom 02. September 2010

Szene: Rotwein und Reggae

„Vino Rosso“: Ein Gebräu aus verschiedenen Musikstilen und mehreren Sprachen.
Es war in Meran, es war Nacht – und die Schuld wird wiedermal dem Rotwein in die Schuhe geschoben. Vier Freunde, die ihre Seele der Musik verschrieben hatten, trafen sich in finsteren Wohnzimmern und texteten und musizierten so vor sich hin. Es kam also, wie´s kommen musste: Eine Band wurde geboren – der Name „Vino Rosso“ lag auf der Hand. Anfangs zu viert verdoppelte sich die Mitgliederanzahl alsbald. Was die Burggräfler Formation da so produziert, ist eine eigenwillige Mischung aus Reggae, Ska und Volksmusik. Hie und da verleiht ein Jodler oder ein bluesiger Mundharmonikapart dem Sound den gewissen Pep. Jazzimprovisationen sowie folkloristische Traditionsklänge sind es dann, die die „Vino Rosso Mucke“ mit dem gewissen Etwas ausstatten. Einige Bandmitglieder haben ihre Wurzeln aber in der Metalszene, was ja mit Reggae an sich nicht viel zu tun hat: „Unsere Metalerfahrungen schließen nicht aus, dass wir auch Reggae und Ska spielen können. Wir sind eine sehr kosmopolitische Band, die alle Sparten der Musik mit einbezieht: von Jazz bis Hardcore, über Funk bis eben Reggae. Wichtig ist, sich nicht zu verschließen und tolerant zu sein, so kann man auch am meisten von der Musik aufnehmen, umsetzen und genießen!“, so Frontman Simon Staffler. Die Musiker Thomas Dekas und Sven Kurt Albertini (Gitarre), Christian Kuppelwieser (Klavier), Lukas Staffler (Posaune), Lorenz Lois Winkler (Saxophon und Mundharmonika), Dominik Told (Bass), Thomas Ebner (Schlagzeug) und Sänger Simon Staffler sind über einige Teile Europas verstreut: Die einen hocken in Bozen, die anderen studieren in London, Mailand, Innsbruck oder Wien. Die Band funktioniert trotzdem: „In Zeiten von Internet und Skype ist das alles kein Problem. Meistens schreiben die Gitarristen und ich die Basis, schicken sie nach London zum Schlagzeuger, welcher den Rhythmus hinzufügt und das Ganze gleichzeitig auch noch mal auf einem PC-Programm festhält. Die Datei wird dann auf einen gemeinsamen Server geladen, wo wir uns dann überall auf der Welt einklinken können, um unsere Songs anzuhören und Noten downzuloaden“, erklärt Staffler. „Insofern sind unsere Proben sehr intensiv. Aber mit Verlaub, wenn jeder seine Hausaufgaben macht, braucht es meistens nicht mehr viel. Wir haben alle eine gewisse Erfahrung und Niveau, somit geht das schon.“ Mit ihren Texten wollen die Jungs gute Laune verbreiten („Langes“ oder „Augschnittn“), aber auch zum Nachdenken anregen: „Free Tibet“ und „Where do you come from“ sind Solidaritätserklärungen gegen Vorurteile und Fremdenhass. Mit der Sprache nehmen sie es da nicht so genau. Gesungen wird auf Englisch, Italie­nisch und Deutsch – multikulti eben. Heuer sind sie bereits durch die Karpaten getourt, jetzt wollen sie eine Demo-CD aufnehmen: „Wir spekulieren aber eher auf ein ordentliches Video. Eine CD allein bringt sehr wenig.“ Sarah Tappeiner