Von Fernsehen und Freizeit zur Femme Fatale

Es begann auf sanfte Art: Die ff, das heutige Wochenmagazin, wurde 1980 als “Illustrierte für Fernsehen und Freizeit” gegründet, ein Blättchen zum Blättern und vor allem zum Fernsehen. Das ist auch schon des Rätsels Lösung, was “ff” eigentlich bedeutet: “Fernsehen und Freizeit”.

Als ff am 20. September 1980 zum ersten Mal als Nullnummer auf der Bozner Mustermesse verteilt wurde, war die Titelseite noch der Mattscheibe nachempfunden - mit einer feschen Südtirolerin auf dem Bozner Pfarrturm. Für den Südtiroler Medienmarkt, der von einer einzigen Tageszeitung beherrscht wurde und die Farbe im Printmedium noch nicht kannte, war es trotz aller Bescheidenheit ein erfrischender Anfang. Schon nach wenigen Jahren war das Kürzel “ff” Synonym für einen neuen Stil und vor allem eine neue Offenheit in der Südtiroler Gesellschaft.

Die ersten Jahre waren stürmisch: Südtirol musste sich erst an einen Journalismus gewöhnen, der sich nicht mit der Wiedergabe von Festreden und dem Abdruck amtlicher Mitteilungen begnügte. Die ff war bissig, angriffslustig, mutig und manchmal übermütig. Viele Tabus wurden in Südtirol erstmals durch die ff offen angesprochen und damit gebrochen - in der bis dahin ausschließlich hinter verschlossenen Türen stattfindenden Politik, in einer vielfach verklemmten Kulturwelt, in gesellschaftlichen Reizfragen.

Unser Werbespruch, der zugleich Anspruch war, lautete damals: “kritisch, mutig, zeitnah.” Es wurde nicht als Übertreibung aufgefasst, sondern zum geflügelten Wort. Vieles, was heute als selbstverständlich gilt, war damals neu: Nachhaken bei Interviews, auch die Opposition und italienische Politiker zu Wort kommen lassen, Recherche und Enthüllungen. Für die Verleger bedeutete das oft einen schweren Stand, für die Redaktion hieß es immer wieder Köpfeeinziehen im Schützengraben.

Die Schmiergeldermittlungen anfangs der 90er Jahre ließen die Fronten erhärten; ein großer Teil der Redaktion verließ nach einem internen Bruch die ff und gründete das “südtirol profil” (1993-1996). Die von vielen Leserinnen und Lesern befürchtete Kurskorrektur blieb aus: Die ff konnte sich ihre Glaubwürdigkeit bewahren. Mittlerweile sind die Wunden verheilt.

In 20 Jahren haben wir uns geändert und hat sich Südtirol verändert; ein wenig haben wir es wohl auch mit verändert: Verkrustungen sind aufgebrochen, eine aufgeklärtere, selbstbewusste Leserschaft wählt gezielter ihre “Zeitung”, immer mehr Bürgerinnen und Bürger lassen sich nicht vorschreiben, was sie lesen und was sie glauben sollen. Die besondere Südtiroler Lage, die Kleinheit des Marktes und die Enge des Landes, sind eine spannende Herausforderung geblieben.