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Aus ff 36 vom 04. September 2008
Kunst und Krieg
Karl Nicolussi-Leck: Am Wochenende ist der alte Herr der Südtiroler Kunst verstorben. Im Alter von 91 Jahren. Von einem Mann mit zwei Leben – vor und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Wenn Karl Nicolussi-Leck in sein Haus lud, dann regierte er. Er schenkte Wein ein, er schnitt Speck auf, er ließ den Kelch herumgehen, aus dem jeder trinken musste. Wer widersprach, wurde abgekanzelt, der Herr von Hochfrangart vertrug keinen Widerspruch.
Der Ort ist von ihm geprägt, von der Kunst, die sich wie ein Sicherheitsgürtel um sein Haus legt, von der Stahlkugel, die weithin sichtbar den Hügel bestimmt. In seinem zweiten Leben war Karl Nicolussi-Leck Kunstmäzen, Mitbegründer des Südtiroler Bildungszentrums, des Museion und des Kuratoriums für technische Kulturgüter.
Er hatte die Gabe, viele Menschen um sich zu versammeln, …
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Krimi mit Herzschmerz
Sie wird belächelt und verspottet. Weil sie ihrem Publikum eine heile Welt verspricht. Die Volksmusik ist immer für einen Eklat gut. Das Züricher Grand-Prix-Finale zeigt das einmal mehr. Ein Blick hinter die Kulissen.
Barfuß stehen sie auf der Bühne, tragen Schäfer-Trachten und singen davon, was „Glaube ist“. Sie nennen sich „Die Schäfer“. Sie sagen, das sei ihr Markenzeichen und dass so eines jeder erfolgreiche Künstler brauche. „Glaube ist, was den Menschen so fehlt“, trällern sie, und „die Seele nährt“.
Bis ihre Stimmen auf einmal gar nicht mehr lieblich klingen, sondern verzerrt. Die CD lässt das badische Quartett im Stich. Sie hängt. Und mit ihr die vorgegaukelte heile Welt. Das Schweizerische Moderatorenpaar Francine Jordi und Sascha Ruefer versuchen zu retten, was zu retten ist – bis das Playback wieder startbereit ist.
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Gastkommentar: Schau hin!
Kindesmissbrauch: Angesichts der Fälle, die in letzter Zeit bei uns in Südtirol ans Tageslicht gebracht wurden, zeigt sich das dramatische Ausmaß der häuslichen Gewalt. Wir brauchen eine neue Kultur des Umgangs mit unseren Kindern.
von Heinz Senoner
Ich erinnere mich, welchen Schock ich erlebte, als ich vor nunmehr acht Jahren meinen Lehrerberuf an den Nagel hängte und in eine sozialpädagogische Einrichtung wechselte. Ich hatte mir zum Berufseinstieg ein intensives Studium der Akten jener Kinder vorgenommen, die in dieser Einrichtung lebten. Dabei versenkte ich mich in eine fremde Welt, von der ich nur die sprichwörtliche Eisberg-Spitze gekannt hatte: Nun tauchte ich unter die –von den Medien aufbereitete und von der Öffentlichkeit wahrgenommene – Oberfläche.
Es war für mich erschütternd, wie viel Gewalt, Entwürdigung, Verletzung, Verachtung, aber auch Hilflosigkeit in einem reichen Land wie Südtirol herrschen.
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Kapuzinerkinder
Liebeswerk: Vor 100 Jahren entstand das Hilfswerk der Kapuziner für bedürftige Kinder. Über die bewegte Geschichte des Liebeswerkes, das harte Leben der Kinder in den Heimen – und den Mut zur Erneuerung.
Wer ein Kind rettet, rettet eine ganze Generation.“ Unter diesem Leitspruch stand vor 100 Jahren die Gründung des Seraphischen Liebeswerkes der Kapuziner in Tirol, das sich heute in Meran befindet. In einem Jahrhundert nahmen die Liebeswerke im deutschsprachigen Raum unzählige Waisen und Kinder aus prekären Verhältnissen auf. Gut ging es ihnen dabei vor allem in früheren Jahrzehnten nicht: Die gut gemeinte, aber lieblose und erzkatholische Massenabfertigung wich erst vor kurzer Zeit einer professionellen, kontrollierten Betreuung durch Fachpersonal.
Man schrieb das Jahr 1908 und in Europa hatte schon seit dem 19. Jahrhundert die blanke Not immer mehr um sich …
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Extrawurst: Der Schaum unserer Tage
Wehe, wenn das Häubchen zerfällt
Als man für Universalfragen noch das große Konversationslexikon und nicht das elektronische Netz konsultierte, fand man unter dem Stichwort „Schaum“ nicht unbedingt etwas, was mit dem Kochen unmittelbar in Beziehung steht: „Schaum, in einer kolloidalen Lösung (zum Beispiel Seifenlösung; aber auch in einem festen Medium, siehe Schaumstoff) zahllos eingeschlossene Gasbläschen; hat infolge der großen inneren Oberfläche ein starkes Adsorptionsvermögen und hohe Reinigungskraft.“ (Aus: „Die neue Herderbibliothek“, anno 1970)
Heute bekommen wir von Kerners TV-Küchensklaven und von allen Kochbüchern millionenfach viel mehr Schaum um Augen und Ohren geschlagen als von Meister Propper oder von Rasierschaumherstellern. Früher war der aus …
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Kuriosa & Termine: Kirchtag
Stadtler, die früher zum Sarnar Kirchtag ins Tal hinein gefahren sind, haben beim zweiten, spätestens beim dritten Tunnel aufgehört, Sarner Witze zu erzählen –, weil die Sarner viel zu stark waren und weil man den Kirchtag nur mit einem Striezel, nicht aber mit einem blauen Auge verlassen wollte. Manchmal hat es dann doch sogar friedfertige Bozner erwischt, die für den Hochmut anderer Hauptstädter stellvertretend büßen mussten. Aber das ist lange her. Vom 6. bis zum 8. September findet in Sarnthein der Kirchtag statt – natürlich mit Striezeln und anderen typischen Spezialitäten.
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Kuriosa & Termine: Knödeltag
Seit Jahren ist der zweite Septembersonntag (heuer: 14. September) in Sterzing ein Knödeltag – auf einer über 300 Meter langen Tischreihe, die sich von der Neustadt bis in die Altstadt zieht, servieren Gastwirte aus dem gesamten Bezirk über zwanzig verschiedene Knödelarten, angefangen beim traditionellen Speckknödel bis hin zu Spargel- und Rohnenknödeln und nicht zu vergessen die reiche Auswahl an süßen Knödeln in verschiedenen Variationen. Nähere Informationen: Tourismusverein Sterzing
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Weintipp: Freie Weinbauern Südtirol
9. Vinea Tirolensis in Bozen
Ich kenne keine Parteien mehr, sagte Wilhelm Zwo während des Krieges, ich kenne nur noch T-h-eutsche! Nun, ganz so dramatisch-martialisch geht es in der Südtiroler Weinwirtschaft nicht zu, aber hinter den Kulissen sind schon ein paar Fetzen geflogen. Im Zeitraffer: Die kleinen Eigenbaukellereien fühlten sich von den großen Privatkellereien vernachlässigt, wetzten die Hörner, traten aus dem gemeinsamen Verband aus und gründeten die „Freien Weinbauern“. Dann wetzten sie die Hörner gegen die Genossen, weil diese den Weinwerbefonds wie Alleinherrscher regierten. Worauf die Genossen zurückmaulten, weil die Freien Weinbauern nur einen mickrigen Beitrag in besagten Fonds einzahlen. Und so weiter und so …
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Aus ff 35 vom 28. August 2008
„Perfektionismus ist eine Krankheit“
Gastronomie: Executive Chef des „Ikarus“-Restaurants im Salzburger Hangar-7 über sein Gastkochkonzept, die politischen Gründe, warum er nicht nach Südtirol zurückkommt, und warum er nie zufrieden ist.
ff: In Ihrem neuen Buch „Fashion Food“ finden sich Porträts, die erst auf den zweiten Blick offenbaren, dass sie sich aus einer Fülle kunstvoll arrangierter Nahrungsmittel zusammensetzen. Lässt sich das Ganze auch nachkochen?
Roland Trettl: Aber sicher, die Rezepte stimmen. Grundsätzlich habe ich hier Food und Fashion zu vereinigen versucht. Natürlich zählen in diesem Buch vor allem die Bilder. Mein Ziel war es, zusammen mit meinem Partner, dem Fotografen Helge Kirchberger, etwas Neues zu machen. Die Fotos werden demnächst großformatig im Düsseldorfer NRW-Forum ausgestellt. Ich bin heute auf den Tag genau (Donnerstag vergangener Woche, Anm. d. Red.) fünf …
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Das Tirol in Amerika
45.000 Hutterer leben heute in Nordamerika, abseits von der Welt. Ihr Ursprung liegt im Pustertal. Eine Ausstellung auf der Michelsburg bei St. Lorenzen beleuchtet ein dunkles Kapitel der Tiroler Geschichte.
Die Geschichte der Hutterer ist eine Geschichte vom Anderssein und vom anders Leben. Vom Überleben und von Verfolgung.
Die Geschichte beginnt im 16. Jahrhundert im Pustertal und führt gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Nordamerika. In den USA und in Kanada leben heute noch auf über 400 „Bruderhöfen“ an die 45.000 Hutterer. Sie sprechen einen tirolisch-kärntnerischen Dialekt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielten selbst Historiker die Hutterer für verschollen.
„Die Hutterer“, sagt die Historikerin Astrid von Schlachta, „üben eine große Faszination aus, sie verkörpern das ganz andere.“ Von Schlachta lehrt an der Universität Innsbruck und ist …
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Extrawurst: Essenz in der Magengrube
Das Romantikhotel „Stafler“ in Mauls. Eine Prise Heimweh, eine große Portion Abenteuer
Der Koch warf sich seine Tunika um die Hüften, und es wurde ihm ein großes Messer gereicht. Nach allen Regeln der Tranchierkunst setzte er das Werkzeug an. Stupor mundi, das Staunen der Welt legte sich über den Saal. Aus allen Schnittwunden des schweinischen Lebens kullerten Würste und Karbonaden. Die Gäste schrieen auf und der Jubel kannte keine Grenzen.“
So beschreibt der Meisterkoch Vincent Klink das berühmteste Mahl der Antike, das Gastmahl des Trimalchio. Das ist die Schlüsselstelle des Werkes – hätte der Koch nämlich nur ein vulgäres, nicht mit himmlischen Köstlichkeiten gefülltes Schwein serviert, so wäre er selbst …
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Kuriosa & Termine: Weintage
Die 23. Kalterer Weintage werden am 4. und 5. September auf dem Marktplatz abgehalten, das Rahmenprogramm beginnt bereits zwei Tage früher: Am 2.9. wird im Weinmuseum die Ess- und Trinkkomödie „Rezept zum Verlieben“ mit C. Zeta-Jones in der Rolle der verliebten Meisterköchin gezeigt – am 3.9. gibt es nachmittags eine Weinbergwanderung, abends ein großes Vernatsch-Fest im Ansitz Giovanelli am See. Am Donnerstag (4.9.) und Freitag (5.9.) stehen von 18–23 h alle Kalterer Kellermeister, -bauern und -zauberer der 18 Kellereien auf dem Marktplatz: Man kann in ihre Augen schauen, man kann sich alles von ihren Weinen erzählen lassen, man kann aber …
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Kuriosa & Termine: Deutscher Kaffee
„In unschöner Erinnerung geblieben sind mir spätere Kaffee-und-Kuchen-Rituale auf Geburtstagen; da hatten ganz offenbar die Erwachsenen etwas nachzuholen. Die bloße Tatsache, dasitzen, mehrere Stücke Kuchen und Torte aufessen und dazu soviel Bohnenkaffee trinken zu können, wie man nur wollte, erfüllte die Tantenrudel mit sichtlicher Genugtuung. Der Kaffee-und-Kuchen-Terror war ein Wert an sich. Der Genuss bestand darin, sich ihn leisten zu können.“ (Wiglaf Droste)
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Weintipp: Sorten, Sorten, Sorten
Gibt es in Südtirol zu viele Rebsorten?
Zuerst der verspätete Austrieb, dann Regen, Hagel, Regen, das ganze vermaledeite, viel zu nasse Sommerwetter: Der Weinjahrgang 2008 muss unter schwierigen Bedingungen heranreifen, die es in unserer Gegend, statistisch betrachtet, nur (zum Glück!) alle 40 Jahre gibt. Es muss mehr gespritzt werden als in anderen, ruhigeren Jahren; die Nervosität der Weinbauern ist verständlich.
Was regelmäßig im Anschluss an schwierige Weinjahre geschieht, wird auch in diesem Herbst eintreten: Die Weinmanager werden wieder eine radikale Sortenreduktion fordern. Ihr Lieblingsthema. Sie wollen sich den Werbekopf nicht für zu viele Weinsorten zermartern. Aber im Unterschied zu den Obstbauern, die sich schon lange …
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Aus ff 34 vom 21. August 2008
Geh Alex, geh!
Olympia: Die Disziplin Gehen gehört zur beliebten Leichtathletik, dennoch ist sie eher unbekannt und unpopulär. Was es mit dem Gehen und den Hoffnungen um Alex Schwazer auf sich hat.
Ein Fuß muss immer den Kontakt mit dem Boden halten. Die Ferse des vorderen Fußes muss den Untergrund berühren, bevor der hintere Fuß den Kontakt verliert. Das Bein muss durchgestreckt bleiben, vom ersten Kontakt mit dem Boden bis in die vertikale Position. Oberkörper und Kopf müssen möglichst aufrecht sein.
Das sind die Regeln einer olympischen Disziplin, die von vielen als „mit dem Hintern wackeln“ bezeichnet wird. Ein häufig als unpopulär definierter Sport, obwohl er von den Sportlern nicht nur Technik und Ausdauer abverlangt, sondern auch eine hohe psychische Stabilität. Denn das Gehen gibt es nicht als Kurzstrecke, sondern …
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Die Fluchthelfer
Nazis auf der Flucht: Karl Nicolussi & Co. – wer die Südtiroler waren, die nach dem Zweiten Weltkrieg Kriegsverbrechern zur Flucht nach Südamerika verhalfen. Und wie das Netzwerk funktionierte.
Südtirol und Italien waren nach dem Zweiten Weltkrieg das Schlupfloch für prominente Nationalsozialisten (siehe Titelgeschichte in ff 33/08). Die katholische Kirche gewährte Unterkunft und Schutz, das Rote Kreuz stellte die Dokumentation und das argentinische Generalkonsulat in Genua erteilte in Abstimmung mit der Einwanderungsbehörde in Buenos Aires die Visa und sorgte darüber hinaus in vielen Fällen für die Schiffspassage. Wenn vor Abfahrt eines Schiffes einige Passagiere nicht aufgetaucht waren, füllte Franz Rufinatscha (Sekretär der argentinischen Einwanderungskommission in Genua) die Fahrgastlisten mit deutschen Flüchtlingen und Emigranten.
Offiziell wurden die neuen Fahrgäste als Italiener aus Südtirol ausgegeben, was die deutsche Muttersprache …
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Extrawurst: Sommersüße
Einige kleine Rezepte gegen die große Hitze
Was heißt denn hier Hitze? Noch nie wurde so viel über das nasskalte Wetter geredet, wie in diesem verregneten Sommer. Höchstens noch im letzten Jahr. Oder 2006, 2005, 2004, 2003 ...
Statistisch gesehen ist der Mensch so gebaut, dass er immer ein anderes Wetter haben möchte. Wehe dem Koch, der für seine wetterfühlige Kundschaft keine passende Nachspeise auf der Karte hat, die irgendwie das angegriffene Gemüt zu beruhigen vermag. Da man nicht wissen kann, wie der Himmel über Südtirol am Erscheinungstag dieser ff sein wird, geht die „extrawurst“ zunächst vorsichtshalber von miserablem Dauerregen aus: Wer nicht unbedingt muss, …
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Kuriosa & Termine: Liebeserklärung an die Pellkartoffel
„Jetzt schlägt deine schlimmste Stunde,/Du Ungleichrunde,/Du Ausgekochte, du Zeitgeschälte,/Du Vielgequälte,/Du Gipfel meines Entzückens./Jetzt kommt der Moment des Zerdrückens./Mit der Gabel! – Sei stark!/Ich will auch Butter und Salz und Quark/Oder Kümmel, auch Leberwurst in dich stampfen./Musst nicht so ängstlich dampfen./Ich möchte dich doch noch einmal erfreun./Soll ich Schnittlauch über dich streun?/Oder ist dir nach Hering zumut?/Du bist ein so rührend junges Blut.-/Deshalb schmeckst du besonders gut./Wenn das auch egoistisch klingt,/So tröste dich damit, du wundervolle Pellka/, dass du eine Edelknolle warst/, und dass dich ein Kenner verschlingt.“ (Ringelnatz)
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Kuriosa & Termine: Almkirchtag Rodeneck
Glaubt man dem Prospekt der Rodenecker, dann liegt ihr Dorf sonnig, breit und lebenswert am sanften Hang. Die Rodenecker sind irgendwie stolz darauf, dass ihre Kirche freiliegt zwischen Dorf und Schloss, was auf eine alte Gewaltendreiteilung schließen lässt. Außerdem sind da zu finden: stattliche Bauernhöfe, gepflegte Gasthäuser und jede Menge Natur, die als „Wiesen und Wälder bis zur weitläufigen Rodenecker Alm auf über 1800 m Höhe“ spezifiziert wird. So, jetzt sind wir alle angekommen: am 24. August (Beginn um 11 h) findet auf dieser Alm der Kirchtag statt: Krapfen, Tirtlan, Strauben, Hauswürst, Gselchtes und, und, und.
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Weintipp: Magnum auf Reisen
Mit Hofstätter-Weinen nach Berlin
Vor über zehn Jahren hat ein findiger Ladiner Wirt den alpinen Wein-Duathlon erfunden: die erste Verkostungsetappe fand im Hotel im Tal statt; am nächsten Tag wurde die internationale Weinbeißer-Delegation auf die Alm hinaufgekarrt, wo die gleichen Weine ein zweites Mal geschlürft und besprochen wurden. Der ernste Nebeneffekt dieser Aktion: über den Ladiner Wirt und über sein Hotel wurde viel und gut berichtet. Der heitere Nebeneffekt: Fast alle Verkoster haben sich die Zunge im Gaumen so lange verrenkt, bis sie endlich irgendeinen Unterschied zwischen dem „Wein unten“ und dem „Wein oben“ herausschmecken konnten. Ein skurriler Mode-Gag. „Trinkmoden“, sagte der Designer Karl …
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Aus ff 33 vom 14. August 2008
In päpstlicher Mission
Mit einem „Schatz an Erinnerungen“ reist Benedikt XVI. von Brixen ab. Eine Wiederkehr scheint gewiss. Vatikan-Korrespondent Marco Politi sagt, warum. Über Mission und Charisma von Papst Ratzinger.
Brixen, Freitagnachmittag im Hotel Elephant. Marco Politi ist seit knapp zwei Wochen in der Bischofsstadt. Wo der römische Pontifex ist, ist auch er nicht weit. Seit über dreißig Jahren, berichtet der Repubblica-Journalist aus dem Vatikan, war er auf allen Papstreisen mit dabei und hat gemeinsam mit dem Watergate-Enthüller Carl Bernstein eine Biografie Karol Wojtylas geschrieben. Mit seinem Buch „Das Bekenntnis. Die Geschichte eines schwulen Priesters“ hat er als erster über das Netzwerk von Selbsthilfegruppen für homosexuelle Priester berichtet. Marco Politi kennt jeden im Vatikan und jeder kennt ihn. Er sagt, er habe Papst Ratzinger noch nie „così appassionato“ erlebt wie …
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Extrawurst: Schutzhütte mit Stern
„Höchsterhütte“, St. Gertraud, Ulten Gut essen ganz weit oben
Für diejenigen, die noch nie im Ultental waren, kann vielleicht schon das Erreichen von St. Gertraud-Dorf romantische Gefühle vom Ende der Welt hervorrufen. Aber dann schlängelt sich die Straße noch viele Kilometer und ungezählte Kurven bergauf – und wer bereits in St. Gertraud-Dorf seine romantischen Superlative verpulvert hat, dem werden, wenn er endlich am Weißbrunn-See angekommen ist, die Worte fehlen. Hier oben hat der beinahe schon sagenumrankte Giancarlo Godio in der ehemaligen Mensa des E-Werkes bis zu seinem Tod im Jahre 1994 am Herd gezaubert: herzhafte, bodenständige Gerichte für die unkomplizierten Mittagsgäste – ausgetüftelte Feinschmeckerküche am Abend.
Für …
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Kuriosa & Termine: Alles Strudel
Man kann den stolzen Boznern alles vorwerfen –, dass sie immer etwas Besseres sein wollen, dass sie immer an einem schöneren Urlaubsort waren als die Menschen aus der Peripherie und überhaupt, dass für die Bozner sowieso fast alles Peripherie ist. Aber für das süße Leben geben die stolzen Bozner Herzblut – das können Kastanienherzen im Spätsommer/Frühherbst sein. Oder eben, wie am 15. August, Strudel: Gleich mehrere Konditoren bieten unter den Bozner Lauben eine Strudelmeile an – diese königliche Nachspeise sollte man sich nicht entgehen lassen! (von 18 – 23 Uhr; Kinderecke am Rathausplatz)
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Kuriosa & Termine: Alles Altwein
Nicht weniger als 961.030 Euro spülte die Versteigerung des Weinkellers des Pariser Rathauses in die Stadtkasse. „Angesichts der Haushaltslage kommt jetzt das Tafelsilber unter den Hammer“, stänkerte die Zeitung Le Matin. Unter den 4.680 Grand Crus waren zum Beispiel zwei 1986er-Romanée-Conti, verkauft zu 5.000 Euro das Stück, drei 1989er-Petrus fanden für je 4.000 Euro einen Käufer. Auch Weinfreunde mit kleinerem Budget konnten in dem Keller fündig werden, etwa bei 12 Bouteillen Morgonles-Charmes (Beaujolais) zu 48 Euro.
Man staunt und denkt dabei an die famosen Flaschenbestände im Laimburger Felsenkeller: Würde dort eine Versteigerung ausreichen, um mit dem Erlös beispielsweise …
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Weintipp: Weiß-Welsche
Weißweine unserer Trentiner Cousins
Teroldego, Marzemino und ein paar schwere, dunkelrote Cuvées: Wenn man ein paar Trentiner Weine auf Südtiroler Weinkarten findet, dann sind es fast immer Rotweine. Die Trentiner Gastwirte sind da hingegen in der Regel großzügiger, sie sind von unseren Weißweinen begeistert und manchmal kaufen sie auch erstaunlich viel Vernatsch, Blauburgunder und vor allem Lagrein ein. Zugegeben, bis vor 15, vielleicht noch vor 10 Jahren war der Trentiner Weißwein-Ehrgeiz nur sehr kümmerlich entwickelt. Die Großkellereien setzten im oberen 90-Prozent-Bereich auf Massenweine, wozu ebenfalls das Chardonnay-Meer gehörte (und immer noch gehört), welches versektet und erfolgreich vermarktet wurde und wird. Die einzige Kellerei aus …
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Aus ff 32 vom 07. August 2008
Der private Papst
Dank Papsturlaub wird die Bischofsstadt in diesen Tagen für die Katholiken zum Nabel der Welt. Und der Heilige Vater zur Privatperson. Wenn das Reiseziel „Papst“ heißt. Und die Öffentlichkeit verrücktspielt.
Da sind sie wieder, diese roten Lederslipper. Ihren Träger haben sie bereits zum „Trendsetter“ schlechthin gemacht. Das US-Männermagazin „Esquire“ verlieh ihm vor einem Jahr dafür gar den Sonderpreis „Accessoire-Träger des Jahres“. Heute nun eilen sie die Stufen auf das erhöhte, zum Leidwesen der Fotografen mit rotem Teppich überzogene Podest hinauf. Sie sind noch nicht zur Ruhe gekommen, da streckt der Schuhträger bereits die Arme weit aus zum Gruß. Fast so als hätte er diesen Moment nicht erwarten können. Schnell begrüßt er die Männer zu seinen Seiten. Der Fotograf schreckt auf, das erste Händeschütteln, den ersten Blickkontakt – knapp verpasst.
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Weichensteller Land
Rabland: Im „Hanswirt“-Stadel entsteht eine Eisenbahnwelt durch Private. Dank einer großzügigen Anschubfinanzierung des Landes.
Nur 35.000 Besucher im Jahr? Also auf 50.000 wie in Dietenheim müsstet ihr schon kommen. Den Stadel habt ihr für 25 Jahre? 30 Jahre müssten für die Leihgabe der Liegenschaft schon drinnen sein“. Inoffizielle Ratschläge des Landeshauptmannes vor der Pressekonferenz für die Partschinser „Freunde der Eisenbahnwelt“ am Mittwoch vergangener Woche.
Die „Freunde der Eisenbahnwelt“, ein kürzlich gegründeter Partschinser Verein, haben als Träger des Projektes Großes im Sinn: Im Stadel des „Hanswirt“, dessen Fassade denkmalgeschützt ist, wollen sie auf drei noch zu bauenden Etagen mit insgesamt 1.000 Quadratmetern eine Modelleisenbahnwelt errichten, wie es sie in ganz Italien nicht gibt. …
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Utopie Landeshymne
Bereits vier Gemeinden haben „Zu Mantua in Banden“ zur offiziellen Gemeindehymne erklärt. Mit einem utopischen Wunsch: einem Gesetz, das das Lied zur Landeshymne macht.
Werner Dissertori wird inbrünstig mitsingen. Der patriotische Traminer Bügermeister hat das Andreas-Hofer-Lied „Zu Mantua in Banden“ zur offiziellen Gemeindehymne erhoben. So wie in der Nachbargemeinde Kurtatsch oder in Sand in Taufers und Montan. Bei offiziellen Empfängen, zur Andreas-Hofer-Feier, zur Herz-Jesu-Prozession wird in Zukunft „Zu Mantua in Banden“ erklingen. Weitere Gemeinden sollen folgen, etwa Prettau oder Natz-Schabs. Doch Dissertori will noch mehr: Er will die Heldenhymne zur Landeshymne machen.
Das passt zum Zeitgeist. Im nächsten Jahr wird „200 Jahre Tiroler Freiheitskampf“ gedacht. Die christlichen und moralischen Werte, für die der Tiroler Freiheitsheld steht, sind wieder in. Das sieht auch …
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Aktenzeichen Kunst
Von Fröschen, Christusbildern und Kreuzigungsszenen im „Heiligen“ Land Tirol. Die Empörung über die Kunst hat eine lange Geschichte, nicht selten landete sie vor Gericht. Der Umgang mit der Kunst am Beispiel von Albin Egger-Lienz, Max Weiler und Othmar Winkler.
Am Samstag, 24. Mai 2008, wurde in Bozen der Neubau des Museion feierlich und glanzvoll eröffnet, am 25. Mai erschien in der Sonntagszeitung ZETT, groß aufgemacht auf der ersten Seite, Martin Kippenbergers (*1953 †1997) gekreuzigter Frosch „Zuerst die Füße“. Dann folgte ein fast zwei Monate andauerndes publizistisches Trommelfeuer, das vor allem in Form von Leserbriefen – aber nicht nur - immer weitere Kreise zog, bis es nicht von den Dolomiten am Samstag, 19. Juli 2008, einseitig für beendet erklärt wurde.
Was daran verwundert, ist nicht die Tatsache des „Kchuntschtschkantals“ an und für sich, als vielmehr die hilflose Reaktion …
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Extrawurst: Grillen (3)
Rezepte alter Meister. Von alten Haushaltsbüchern und Sterneköchen.
So langweilig ältere Haushaltsbücher auch sein mögen, einen Vorteil bieten sie meistens immer: Sie haben recht – oder anders ausgedrückt: Wenn man die angegebenen Regeln vor der Pfanne, dem Kochtopf, dem Grill befolgt, dann kann eigentlich kaum mehr etwas schiefgehen.
So langweilig Starköche auch sein mögen, die gut gekämmt und gebügelt in die Kamera schielen, ein Nachteil bleibt uns selten erspart: Im richtigen Berufsleben stehen sie nie vor einem Grill im Freien, sie inszenieren Grillabende lediglich für die Medien – und deshalb sind ihre Rezepte in der Regel unbrauchbar.
Aber zurück zu den Haushaltsbüchern. Im Jahr …
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Kuriosa & Termine: Glurns feiert
„Glurens Gaudens“: Nach dem großen Fest im Jahre 1999 und dem Stadtfest zur Siebenhundertjahrfeier im Jahre 2004 halten die Glurnser vom 8. bis zum 10. August ihr drittes mittelalterliches Fest hinter den Stadtmauern ab. Zum dreitägigen Spektakel gehören, schreiben die Veranstalter, ein historischer Umzug, Mittelalterspiele, ein mittelalterlicher Markt, Musik – und natürlich auch Speis und Trank aus der Ritterzeit. Handwerker zeigen auf Ständen ihre Kunstfertigkeit; eine eigens für das Laubenfest inszenierte Theater-Freilichtaufführung soll der kulturelle Höhepunkt werden.
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Kuriosa & Termine: Schluss mit Etepetete
Weinbeschreibungen von Profis („Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, breitere Randaufhellung. In der Nase feines Zwetschkenkonfit, Herzkirschen klingen an, zart nach Orangenzesten. Am Gaumen elegant und frisch, dezentes Cassis, zart blättrige Tannine, mittlere Länge, salzig-mineralisches Finish, ein unkomplizierter Speisenbegleiter.“) sorgen bei Amateuren oft für Kopfschütteln. Auf den Aroma-Rädern des Deutschen Weininstituts – eins für Rote, eins für Weiße – sind die Düfte übersichtlich in Kategorien geordnet und beschreiben typische Aromen wichtiger Rebsorten. Eine nützliche Hilfe, auch bei der optimalen Abstimmung von Wein und Speisen. Bestellungen (ca. 3 €) beim Deutschen Weininstitut, PF 2828, 55018 Mainz.
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Weintipp: Sensible Früchte
Weine, die man am liebsten im Freien trinkt
Drinnen ist bei uns immer alles ernster. Obwohl: häufig sehen die Interieurs, mit denen Gastwirte auf ihren Wohlstand, auf ihre Reisen nach Fernost, auf ihre Museumsbesuche, auf ihre Jagdaktivitäten hinweisen wollen, häufig sehen diese Allerweltssammlungen in den Gasthäusern wie Kabarettbühnen aus. Aber dann kommen gleich der ernste Kellner und der noch ernstere Weinkellner, also passt man sich an und findet alles für ein Weilchen nicht mehr so komisch.
„Die Lebenskurven von Lagerweinen haben sich in den letzten Jahren zum Teil dramatisch verändert“, eröffnet der Weinkellner. „Selbst Profis tun sich mittlerweile schwer mit dem Alterungspotenzial: Während der Barolo eines …
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Aus ff 31 vom 31. Juli 2008
„Himmlische Ferien“
Das Warten hat ein Ende. Mit Jubelrufen und einem gelb-weißen Fahnenmeer ist Benedikt XVI. in der Bischofsstadt empfangen worden. Davon, wie man einen Papst begrüßt, der bei uns Erholung sucht.
Wie begrüßt man eigentlich den Papst? Und was sagt man jenem Mann, der Oberhaupt von über einer Milliarde Katholiken und dem kleinsten Staat der Welt ist, wenn man nur einige Sätze hat? Dem Landeshauptmann und den Bürgermeistern von Brixen und Bozen hatten an diesem Montag schien das kein großes Kopfzerbrechen zu bereiten. Dass man sich über seine Wahl des Urlaubsortes sehr freue, dass man stolz sei, ihn begrüßen zu dürfen und man ihm gute Erholung wünsche, sagte Landeshauptmann Luis Durnwalder. „Und aus.“
Und aus. Das Warten hat jedenfalls ein Ende. Der Papst ist da. Schreiben, Lesen und Spazierengehen …
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Spuren nach Äthiopien
Der Historiker Gerald Steinacher hat in Addis Abeba sein Buch über den Abessinienkrieg 1935-1941 vorgestellt und nach den Spuren der Südtiroler Soldaten gesucht. Für ff hat er einen sehr persönlichen Reisebericht geschrieben.
Das Abenteuer beginnt am Flughafen Berlin Tegel. Zu meiner Überraschung ist das Flugzeug fast ausgebucht, ein Fensterplatz bleibt ein Wunsch. Wir fliegen über Kärnten, Kroatien, Süditalien, Ägypten und den Sudan. Neben mir sitzt ein Kroate aus Zagreb, der an einem großen Staudammprojekt im Sudan mitarbeitet.
Er blättert die Bilder in meinem Buch zum Abessinienkrieg konzentriert und schweigsam durch. Im Gegensatz zu mir, weiß er aus eigener Erfahrung, was Krieg bedeutet. Dann sagt er: „Menschen sollten reisen, um zu sehen, dass die Afrikaner wirkliche Menschen sind wie wir, genauso schön, hässlich, dumm, klug, traurig oder ernst.“ Nach 10 Stunden …
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Drohung Staat
Friedrich Schmidl hat die Freie Universität Bozen mitbegründet. Jetzt steht er im Zentrum der Ermittlungen des Rechnungshofes gegen die Uni. Das Verfahren, sagt er, könnte die Uni völlig umkrempeln.
ff: Was sehen Sie, wenn Sie auf die „Freie Universität Bozen“ schauen, jetzt, wo Sie endgültig in Pension gegangen sind?
Friedrich Schmidl: Ich sehe, dass zehn Jahre nach der Gründung die wesentlichen Ziele erreicht worden sind. Wir haben eine Universität, die funktioniert, die Ergebnisse sind positiv, vor allem, was die Lehre angeht, die Absolventen finden Arbeit. Die Studentenzahl vergrößert sich nach und nach. Eines unserer Anliegen war die Internationalisierung, wir haben heute Studierende aus 51 Ländern an der Universität.
Haben Sie damals geglaubt, dass es wirklich eine Universität werden wird, als man Sie mit einer Machbarkeitsstudie …
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Extrawurst: Alle Vorzüge
Das virtuelle Restaurant „Südtirol 2008“. Kleiner Querschnitt durch die getesteten Lokale
Es gibt die eine Szene im legendären Gourmetkritikerfilm „Brust oder Keule“, in dem Louis de Funés beim Verspeisen kümmerlicher Ergebnisse einer Restaurantküche in derselben Sekunde schmerzverzerrt (weil das Gericht so miserabel ist), dann glückselig in den Teller schaut. Weil ihm zu misslungenen Speisen stets die schönsten, bösesten Sätze einfallen. Nun, die „extrawurst“ ist und isst meistens ein bisschen anders als der große Louis de Funés und da wir uns in der Urlaubszeit befinden – und weil man es dabei vielfach noch eiliger hat als sonst und deshalb nur Gutes auf die Gabel bekommen will –, wird hier das glatte Gegenteil …
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Kuriosa & Termine: Student kocht
Manchmal, wenn man sich die vom ganzen Schrott, der irgendwie im elektronischen Postkästchen landet, müde gewordenen Äuglein reibt, manchmal liest man dieses Zeug, bevor es in den Papierkorb geklickt wird, dann doch. So wie dieses Angebot einer sogenannten mobilen Doppel-Kochstation, die unter der Briefzeile „Kochen für Studenten“ eingetrudelt ist: „Sagenhaftes Design. Speziell gebürstetes Metallgehäuse. Drehknopf mit Stufenangabe. Temperaturregelung stufenlos. Blaue Signallampen. 2.500-Watt-Leistung, Gussheizplatten – nur 67,30 €. Damit kann man sich auch schnell mal etwas kochen!“ – Liebe Studenten, für 65 € kann man sich 2 Flaschen Merlot und 2 Enten mit den passenden Beilagen kaufen. Dann bleiben immer noch …
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Kuriosa & Termine: Taufers kocht
Wer den mageren Speiseplan der teuren Fußball-Gazellen von Inter Mailand gesehen hat, der freut sich auf die kommenden drei Dienstagabende in Sand in Taufers: Ab 19 Uhr werden im Rahmen der traditionellen Straßenküche Leckerbissen angeboten, die man sonst – leider, leider – immer seltener zu sehen bekommt: Tirtlan, Kirchtagskrapfen, Schlutzer mit viel Spinat, Pressknödel usw. Extratipp: Im Naturparkhaus von Sand in Taufers können alle Kinder an einem Malwettbewerb teilnehmen – das Thema: Die alte Bahnstrecke von Bruneck nach Sand.
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Weintipp: Mia san mia
„Falstaff“, österreichischer Weinführer mit Südtirol-Anhängsel erschienen.
San Marino hat eine Fußball-Nationalmannschaft, die in ihrer Länderspielgeschichte einmal gewonnen hat (1:0 gegen Liechtenstein, Freundschaftsspiel), dreimal Ausgleich gespielt und sonst immer verloren hat. Österreich steht in der Weltfußball-Rangliste zwar etwa 80 Plätze weiter vorne, hat aber bei Europameisterschaften auch nur ein Tor erzielt (1:1 gegen Polen). Man kennt das ja von Klein- bzw. Zwergstaaten: Wenn etwas bei der Lieblingsbeschäftigung nicht ganz nach Wunsch läuft, dann erfindet man sich Kompensationen – die San-Marinesen haben die größten Briefmarkensammlungen, unsere lieben österreichischen Freunde küren sich immer wieder gerne als Weinweltmeister. Eigentlich ist Österreich ein tief zerklüftetes Land - für die meisten Westösterreicher …
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Aus ff 30 vom 24. Juli 2008
Definitiv brutal
Das Drama am Nanga Parbat. Über den Druck, dem Extrembergsteiger ausgeliefert sind. Und die Vorahnung, die Karl Unterkircher in der „Märchenwiese“ den Schlaf raubte.
Diese wild zerklüftete Eiswand – genau in der Mitte des Berges. Sie geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Dafür brauchen wir mindestens 10-12 Stunden. Ich frage mich, ob es unnützliche Stunden sein werden. Stunden, die uns den Aufstieg verweigern werden? Ich versuche einzuschlafen, aber meine Gedanken sind konfus durch die vielen Fragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Eiswand während unseres Hochsteigens loslöst, ist minimal, sicher. Es ist kein russisches Roulette. Aber man darf nie nein sagen! Wir sind geboren und eines Tages werden wir sterben. Dazwischen liegt das Leben. Ich nenne es das Geheimnis. Niemand von uns besitzt den …
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Zu Gast bei Trollen
Buchauszug: In den 50er-Jahren verfasste der Schriftsteller Hellmut von Cube mit seiner Erzählung „Mein Leben bei den Trollen“ ein satirisch-ethnografisches Porträt der Südtiroler Bergbauernwelt. Nun erscheint eine Neuauflage bei „Raetia“. ff veröffentlicht einen Auszug.
Mein Lieber,
ich habe meine gute alte Schreibmaschine auf den Tisch gestellt, daneben den Krug mit Wein und den Tabaksbeutel und starre durch das Fensterchen hinauf in die schneeüberzuckerten Felsenrinnen, als ob dort geschrieben stünde, was ich Ihnen von den Trollen erzählen will.
Ja, bei den Trollen bin ich gelandet, hoch droben im Reich der Phäaken – das können Sie mir glauben, auch wenn sich Ihnen bei dieser Erklärung sämtliche mythologischen und geographischen Haare sträuben und der Poststempel etwas ganz anderes sagt. Natürlich handelt es sich sowohl bei den Trollen wie bei den Phäaken um ferne …
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Extrawurst: Grillen (2)
Von der einfachen Feuerstelle bis zum Turbo-Perfektionsgrill: Einige Möglichkeiten im Überblick
Irgendwann muss auch einmal über die trockenste Materie beim Grillen geredet werden: über den Grill. Ohne Zweifel hat das menschliche Abenteuer (homo sapiens? Neandertaler? – ist nicht so wichtig!) „Kochen von Speisen“ auf heißen Steinplatten begonnen.
Auf Steinplatten, die auf Feuerstellen gelegt wurden, haben bereits die Urahnen unseres Gletschermannes in der frühen Steinzeit gegrillt. So wird es auch heute noch häufig gemacht, allerdings haben wir das Wissen über die geeignete Steinplatte verloren – Porphyr beispielsweise springt schnell, wenn man also nicht aufpasst, dann sieht man noch vor dem Ende des Grillabends seine schöne, teure Porphyrplatte in viele kleine …
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Kuriosa & Termine: Die Frau in St. Pauls
Vom 24. Juli bis zum 5. August finden in St. Pauls die 10. Wein-Kultur-Wochen statt – „im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltungsreihe rund um die Eppaner Weine“, schreiben die Organisatoren und nähen aus Unsicherheit doppelt, „steht die Frau als zentrale Figur. Dies als Hommage an all die Frauen, welche sich in ihren verschiedensten Rollen rund um die Uhr mit Wein beschäftigen und im gesamten Jahreslauf darum besorgt sind.“ Informationen zu allen Veranstaltungen unter: http://www.weinkulturwochen.com – als kulinarischer Höhepunkt gilt der Abend vom 28. Juli: die österreichische Sterneköchin Sissy Sonnleitner kocht unter dem Motto „GastroFRAU“ exklusiv für Frauen im Franzinhof ein Gala-Menü, …
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Kuriosa & Termine: Eier in der Familie
Stellen Sie sich vor, ein Familienmitglied hat versehentlich harte und rohe Eier im Kühlschrank zusammengestellt. Wie können Sie sie unterscheiden? Vielleicht haben Sie schon einmal beobachtet, dass der Kaffee in einer Tasse sich nicht mitdreht, wenn die Tasse gedreht wird. Genauso bleibt bei einem rohen Ei der Inhalt fast unbeweglich, wenn Sie die Schale in Drehung versetzen. Da die Schale sehr leicht ist und nur wenig Trägheit besitzt, kommt ein rohes Ei schnell wieder zum Stillstand. Ein hartes Ei dagegen dreht sich wie ein Kreisel. (Aus Frankreich)
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Weintipp: Sektlaunen
Praeclarus Rosé, Kellerei St. Pauls – Comitissa Brut Riserva, Lorenz Martini
Der junge Möltner Kellermeister Wolfgang Tratter, schrieben wir hier vor zwei Wochen, hat auf seinem Weg vom ruhigen Mölten ins ruhige St. Pauls den Umweg über die laute Schweiz gemacht, wo er das Weinhandwerk und das längere Reden über Wein erlernt hat. Den Sektgrundwein für den Praeclarus Rosé (100% Blauburgunder von ausgesuchten Überetscher Lagen) hat die Kellerei St. Pauls beim Erwerb der Sektkellerei Praeclarus vom Vorbesitzer übernommen – aber die zweite Gärung in der Flasche, sowie die Dosage, das „i-Tüpfelchen“ bei der Geschmacksabrundung mit Likör, dieser zweite und dritte Schritt bei der Sektherstellung im klassischen Verfahren sind bereits unter der …
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Aus ff 29 vom 17. Juli 2008
Salurn und die Sinti
Zusammenleben: Die Nachbarschaft mit Sinti-Familien sorgt für Zündstoff. Der Protest der Bevölkerung macht deutlich: Man will keine „Zigeuner“ in unmittelbarer Nähe. Ein Lokalaugenschein in Salurn.
Ihre großen schwarzen Augen schauen misstrauisch aus dem kleinen Spalt, den sie zwischen Tür und Angel lässt. Im linken Arm hält die zierliche Frau ihre acht Monate alte Tochter fest, mit dem rechten Arm lehnt sie sich an der Wand an. Cari Enzian ist 18 Jahre alt und Sinti. Eine von insgesamt 650 Roma und Sinti in Südtirol. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dessen 16 und 17 Jahre alten Söhnen aus erster Ehe und den neugeborenen Zwillingen lebt Cari seit zwei Jahren im Dorf. Das Dorf, das ist Salurn. 3.383 Einwohner mit einem Ausländeranteil von mittlerweile 17,3 Prozent. Die Sinti gehören …
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„Warum ich noch Priester bin“
Paul Hofer: Der Liebeswerk-Chef über Ratzinger, Frauen, Zölibat, scheinheilige Kollegen, harmlose Frösche. Und warum die Südtiroler Kapuziner lieber mit den Franziskanern fusionieren sollten anstatt mit Österreich.
ff: Pater Paul, haben Sie schon eine Platzkarte für das Angelusgebet mit Papst Benedikt in Brixen?
Paul Hofer: Nein, habe ich nicht.
Keine Zeit?
Zeit würde man finden. Mag sein, dass das ganze Drumherum, das da aufgebauscht wird, wenn ein Papst kommt, sein muss. Aber ich muss da nicht dabei sein.
Der Papst macht Urlaub in Südtirol: eine Chance für die hiesige Kirche – oder bloß ein Rummel, vergleichbar mit einem größeren Zeltfest?
Ich fürchte, das zweite trifft zu. Dass der Papst kommt, ist sicher …
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Extrawurst: Gratwanderung
Restaurant „La Stüa de Michil“, Corvara Kochbrigade mit der Lizenz zum Risiko
Die Grödner waren die Schnellsten beim Anbieten einer weltcup-tauglichen Skipiste, ihre Kollegen vom Hochabteital waren in Südtirol die ersten „apri piste“ in der Gourmet-Hotellerie: weil die erzkonservativen Michelin-Tester aus Prinzip Sterne an Hotelküchen nur dann vergeben, wenn Restaurant- und Hotelküche getrennt werden, ordneten sich ein paar Hoteliere von Corvara und St. Kassian diesem ungeschriebenen Gesetz irgendwie unter. So entstand die „Siriola“ im Hotel Ciasa Salares, das „St. Hubertus“ in der „Rosa Alpina“ (beide in St. Kassian) und auch „La Stüa de Michil“, die Stube des Michil Costa im Romantikhotel „La Perla“ von Corvara. Selten ist bei diesen Um- und Einbauarbeiten …
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Kuriosa & Termine: Brixner Pfinstig
Was heißt denn hier Rimini by night, ha? Die Brixner krempeln die Event-Ärmel hoch und bieten an jedem Donnerstagabend (bis zum 31. Juli) etwas, das sie „Sommeremotionen“ nennen. „Die Kulturstadt wird“, versprechen die Veranstalter, „zur offenen Küche mit südländischem Flair – aus der Altstadt wird eine Flaniermeile und ein Festplatz mit Live-Musik.“ Das Treiben wird bunt, holladrio: Modeschauen neben Bratenduft, Präsentationen des alten Handwerks neben Eisacktaler Spezialitäten und zusätzlich ein bisschen Kinderprogramm. Informationen unter: http://www.brixen.org
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Kuriosa & Termine: Klausner Pfinstig
„Was die Brixner können, das können wir schon lang!“ sagen die Klausner und feiern – justament ebenfalls an den Donnerstagabenden – in ihren Gassen. (Notabene: Sie feiern sogar noch länger, nämlich bis zum 21. August!) Die Klausner schreiben: „Die Geschäfte der Künstlerstadt sind bis 22 Uhr geöffnet, Straßenkünstler und Folkloregruppen, Verkostung von typischen Eisacktaler Spezialitäten und altes Handwerk bilden das Programm der „Gassl-Emotionen“ – Ah, do schau her, nicht einmal den Sager von den „Emotionen“ überlassen sie exklusiv den Brixnern! Informationen unter: http://www.klausen.it
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Weintipp: Rosenmuskateller
Der bekannte, selten getrunkene süße Südtiroler Rotwein
Der Rosenmuskateller kam im Jahre 1850 nach Südtirol, als die Fürstenfamilie Campofranco – die Vorfahren des heutigen Besitzers Graf Georg von Kuenburg – von Sizilien nach Kaltern auf Schloss Sallegg übersiedelte. Auf Geheiß der Fürstin wurden etliche Moscato-Rosa-Reben mitgenommen und in die wärmste Erde am Kalterer See gesetzt, wo sie prächtig gediehen. Etwa zwanzig Jahre später gab es auch im Trentino kleine Moscato-Rosa-Anlagen, höchstwahrscheinlich wurden diese Reben aus Dalmatien eingeführt. Im ersten Jahrhundert seiner Welsch- und Südtiroler Existenz gab es für den süßen, teuren Rosenmuskateller keinen Markt, deshalb kellerten ihn Schlosskellereien (Tiefenbrunner, Sallegg, Schwanburg), Klöster (Neustift) oder begüterte Weinfamilien (Walch, …
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Aus ff 28 vom 10. Juli 2008
Extrawurst: Grillen (1)
Was uns die alten Meister empfehlen
Also gut, „Tiqui-Taca“, die Spanier haben gewonnen, die Griechen sind haushoch aus dem Turnier geflogen, also müsste hier eigentlich mit den spanischen Grillgewohnheiten begonnen werden. Den historisch heroischen Ursprung orten wir natürlich bei den Menschen, die die Wände der Höhle von Altamira mit Stieren und all dem anderen Grillgut ausgeschmückt haben. Wir schließen die Augen und stellen uns die Situation ungefähr so vor: Der Stier, den die Jungen vor ein paar Tagen erlegt haben, ist endlich so weit abgehangen, dass man ein paar Fleischstücke aufspießen und in die Glut halten kann.
Der alte Oberjäger, der längst nicht mehr …
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Die „Hearnhütte“
Schutzhütte: Die Edelrauthütte am Eisbruggjoch zwischen Pfunders und Lappach feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde ein Buch veröffentlicht. Eine Zusammenfassung, wie die Geschichte auf 2.545 m erlebt wurde.
Seit einem Jahrhundert steht die Edelrauthütte im Hochgebirge zwischen dem Pfunderer und dem Lappacher Tal im Pustertal. Am 13. Juli feiert die Schutzhütte ihren Geburtstag, zu welchem das Buch „100 Jahre Edelrauthütte“ erschienen ist. Die Geschichte der Hütte ist turbulent. Nicht immer ging es bergauf, sondern immer wieder auch bergab.
Im Jahre 1906 erwarb die „Alpine Gesellschaft Edelraute des Österreichischen Alpenclubs“ das Grundstück am „Eisbruggjoch“ und erbaute dort die Edelrauthütte. Die finanzielle Unterstützung kam von den Mitgliedern, alles begüterte Herren. Dadurch erhielt sie auch bald den Spitznamen „Hearnhütte“. Gebaut wurde sie vor allem mit Holz aus dem Pfeifholdertal. …
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Kuriosa & Termine: Joghurttage Sterzing
Sterzing ist die Joghurthauptstadt Italiens – an welches Stiefelmeer wir im Sommer auch fahren, wir finden (meistens) unser geliebtes Becherchen, manchmal sogar das noch bessere Bio-Joghurt. So, nachdem wir die stolzen Sterzinger ordentlich gelobt haben, können wir nun auch den Milchhof anstänkern, dass er endlich die Inhaltsstoffe auf sein Biojoghurt draufschreibt, so wie das im deutschen Sprachraum üblich ist. In Zusammenarbeit mit dem Milchhof Sterzing servieren vom 12. Juli bis zum 3. August, wie der Veranstalter schreibt, „verschiedene Restaurants und Gasthöfe in Sterzing und seinen Ferientälern einfallsreiche und schmackhafte Joghurtgerichte“. (Da werden die Ridnauner und Pfitscher aber ordentlich fluchen, wenn …
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Kuriosa & Termine: Schwere Holländer
So leichtfüßig, wie die Fußball spielen! Möchte man meinen, aber ihre berühmteste Sauce steht zentnerschwer auf der Erde: 1 Prise weißen Pfeffer und Salz, 1 EL Weißwein und 3 rohe Eigelb im Wasserbad cremig schlagen, dabei langsam 250 g (!) lauwarme Butter zulaufen lassen, mit Zitronensaft abschmecken.
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Weintipp: Rosarot (3)
Mit ein paar Kretzern durch den Sommer – Kellerei St. Pauls
In der ersten Folge schrieben wir über den rauen Lagrein Kretzer älterer Prägung, der früher sehr beliebt war. Obwohl sein hoher Apfelsäureanteil nicht selten zu Hitzewallungen führte, die in den tiefen Kellern in Handgreiflichkeiten ausarten konnten. In der zweiten Folge ging es um die Konjunkturkurve des Kretzers in den letzten 15 Jahren – vom dramatischen Absatzeinbruch in den frühen 1990ern, bis zum erstaunlichen Aufschwung der französischen Roséweine in den letzten Jahren, von dessen Sog glücklicherweise auch unser Lagrein Kretzer erfasst wurde. Man muss vorsichtig sein bei Roséwein-Prognosen, denn der zarte Aufschwung wird auch von international operierenden Weingroßhändlern geschickt genutzt, um …
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Aus ff 27 vom 03. Juli 2008
Gastkommentar: Und ewig fehlt das Weib!
Zwischenruf: Unter den „zehn Südtirolern, die die Welt veränderten“, befindet sich keine einzige Frau. Wieder einmal. Die übliche männliche Vergesslichkeit. von Heidi Hintner
Mit Hitparaden und Bestenlisten für alle Lebensbereiche verfolgen uns die Medien, allmählich reicht es uns: der Beste hier, die 1000 Besten da, unsere Schönsten – alles komplett vorhersagbar, aber noch immer voll in Mode. Die Jungs sind nicht dumm: sie nutzen die Gelegenheit und besetzen die Plätze mit Männern.
Ehrlich gesagt habe ich mich als aufmerksame Leserin nicht wirklich gewundert, dass die 10 Südtiroler von Ausgabe 26 nur männlich waren. Da stand ja ganz klar die männliche Sprachform, und auf dem Cover glänzten sechs mehr oder weniger unattraktive Männerköpfe. Ich habe deshalb auch im Innenteil keine Frau erwartet. …
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Extrawurst: Traditionell ernst
Restaurant „Schwarzer Adler“, Sterzing
Es gibt noch Speisekarten, die man sofort versteht
Hielt man in den wahnsinnig bewegten Endsechziger-/frühen Siebzigerjahren, als die alten Lire noch einigermaßen locker im Gurt steckten, – hielt man damals also kurz in Sterzing an, dann bekam man auf offener Straße sofort um zwei, drei „Rote“ (volkstümliche Bezeichnung von 10.000 L.-Scheinen) einen mit Schafsfell gefütterten Ledermantel, eine Damenhandtasche oder Halbschuhe mit Ledersohlen verpasst. Man freute sich über das Schnäppchen, ging ins nächstbeste Gasthaus, achtete dort im Gedrängel der vielen, ebenfalls neuen Ledermantel-Besitzer nicht auf die Preise. Und nach dem teuren Essen schwitzte man im Schafsfell bei der Frage, ob man nun in Sterzing …
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Kuriosa & Termine: Jubiläum
Vom 4. bis zum 13. Juli findet das 10. Sarnar Morgreti Essen (der Margarethentag ist ein Lostag im Sarner Bauernkalender) statt – da gibt es dann in den sechs teilnehmenden Gasthäusern (Messnerhof, Santerhof, Kircherhof, Sunnolm, Pfarrgasthof Durnholz, Jägerhof) neben den Klassikern aus der Tiroler Küche, also neben Speckknödeln, Surfleisch, saurer Suppe, Kalbskopf, auch noch die unbekannten Schätze aus dem Sarner Herdreich. Ein paar Ethnologen aus der Stadt werden vielleicht gerade noch die Striezlar kennen, den aufregenden Rest vom Festschmaus – Oufnar, Pfinggischt-Grunggln, Türkenmus und Broutar – kann man sich in den urigen Gasthäusern erklären lassen. Informationen gibt es im Tourismusbüro …
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Kuriosa & Termine: Auf die „Malga“
Wer in diesen heißen Tagen nur bis zum Gardasee kommt und dort dann merkt, dass es nicht nur zu heiß, sondern auch noch zu voll ist, der findet mit ein bisschen Geduld in der Nähe von Mori (genauer gesagt: neben dem Bordala-Pass, auf der Straße, die von Corniano nach Nomesino führt) die ruhige Malga Somator (Tel. 0464 802626 oder 338 6398698). Dort wird traditionelle Trentiner Kost zu spektakulär niedrigen Preisen angeboten – die Salate und das Gemüse sind „bio“, sie wachsen quasi vor der Haustür in der Val di Gresta.
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Weintipp: Rosarot (2)
Mit ein paar Kretzer durch den Sommer – Girlan, Schreckbichl
In der ersten Folge schrieben wir über den rauen Lagrein Kretzer älterer Prägung, der früher sehr beliebt war. Obwohl sein hoher Apfelsäureanteil nicht selten zu Hitzewallungen führte, die in den tiefen Kellern in Handgreiflichkeiten ausarten konnten. Diese Gefahr ist heute (weitgehend) gebannt. Weil unsere gnädigen Kellermeister bei der sogenannten zweiten Gärung des Kretzer, bei welcher die harte Apfelsäure zur milderen Milchsäure „abgebaut“ wird, uns viel weniger Apfelsäure zumuten als früher. Als in der Mitte der 1990er-Jahre der italienische Weinmarkt und ein paar tonangebende deutsche Weinzeitschriften den dunklen Lagrein entdeckten, sah es beinahe so aus, als ob der Kretzer als „kleinerer“ …
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Antholzer „Kindsköpfe“
Die Rollerbahn im Biathlonzentrum ist gesperrt. Weil ein Grundbesitzer „die Nase gestrichen voll“ hat. Ein Bauernstreich der besonderen Art.
Die Geschichte hat Stoff für eine Dorfposse. Ein Bauer, ein Bürgermeister und ein Tourismuspräsident – aufgebracht und „bauernschlau“ sind alle drei. Derzeit sind sie hautsächlich damit beschäftigt, sich das Leben gegenseitig schwer zu machen.
Die Bühne ist Antholz mit seinem Biathlonzentrum; der Anlass das leidige Thema Rollerbahn.
Nach jahrelangem Streit über Sinn und Unsinn, Bau oder Verhinderung der asphaltierten Rollerbahn im Biathlonzentrum hat ein Grundbesitzer nun Schluss mit lustig gemacht. Er hat einen Schub Holzstämme am Beginn der Bahn „zwischengelagert“. Gerollert kann so im Moment jedenfalls nicht mehr werden. Für den Tourismus im Tal am Fuße …
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Aus ff 26 vom 26. Juni 2008
Gastkommentar: Schafft dieses School’s Out ab!
Verbotswahn: Je rigider die Gesetze, je strenger die Kontrollen und je härter die Strafen, desto mehr Jugendliche, die sich ins Koma saufen. Plädoyer für ein Umdenken.
Vor Kurzem traf ich auf einem internationalen Kongress in der Schweiz einen Psychotherapeuten aus den USA. Er erzählte mir, dass sich in seiner Stadt die Todesfälle wegen Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen häuften. Er stammt aus Athens im Bundesstaat Georgia. In der Stadt, die unter anderem wegen ihrer
Rockbands, den R.E.M. und den B-52s, bekannt ist, leben 170.000 Einwohner, davon über 30.000 College-Studenten. Ich wollte genauer wissen, wie es zu den Todesfällen kommt.
In den Vereinigten Staaten ist der Konsum von alkoholischen Getränken erst ab 21 Jahren erlaubt. Auch ist es strengstens verboten, …
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Weintipp: Rosarot (1)
Mit ein paar Kretzer durch den Sommer – Eröffnung mit Niedermayr
Hätte unsere Weinwirtschaft ein bisschen Kleingeld übrig, dann müsste sie für einen Kretzer-Kurzfilm sofort George Clooney mieten, den derzeit auf dem Bildschirm wirksamsten Herrn im mittleren Alter (siehe: „Nespresso-“ und „Martini“-Werbespots). Denkbar wäre ein Formel-1-Finale. George Clooney geht, auf der Zielgeraden in Führung liegend, der Sprit aus. Er genehmigt sich lässig einen Schluck Lagrein Kretzer, wirft dann quasi russisch die Flasche nach hinten. Der Tankdeckel geht auf, die Flasche landet genau richtig – glugg-glugg! – der Motor springt wieder an, das Auto startet durch wie eine Rakete, George Clooney gewinnt das Rennen mit dem letzten Tropfen Kretzer im Tank.
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Extrawurst: Starke Mägen
Fluch und Segen der antiken Mittelmeer-Kost
Natürlich haben die griechischen Künstler ihre Helden, Halbgötter und sogar die Normal-sterblichen auf den attischen Vasen idealisiert: Sie sehen so sehnig und muskulös aus, als ob sie nur Olivenöl getrunken hätten. Die bildenden Künstler haben alle Fettpölsterchen weggelassen. Nur die Dichter der griechischen Antike haben auch dicke Zeitgenossen beschrieben: die Freier am Hofe zu Ithaka waren nach jahrelangem Fressen und Saufen am Ende so breit und unbeweglich, dass sie der heimkehrende Odysseus leicht mit Pfeil und Bogen erledigen konnte.
Aber im Allgemeinen war der Grieche in der Antike mager – bekannt ist, dass er ungesäuertes Fladenbrot liebte, außerdem …
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Kuriosa & Termine: KuliSarnarium
Möge das Wetter mit den Sarnern am heutigen Donnerstagabend gnädig sein! Geplant ist nämlich die erste Nacht der Sinne auf dem Kirchplatz in Sarnthein – die Veranstalter rechnen mit 180 Gästen, die neben dem Laufsteg im Dorfzentrum anständige Happen von Gregor Wenter (Bad Schörgau), Heinrich Schneider (Auener Hof) und Gottfried Messner (Braunwirt) essen und dabei originalen Sarner Models zuschauen wollen. Angeboten werden u. a. Pannacotta vom Kohlrabi mit Selchkarree und Sarner „Ministriezel“, gebratene Kalbsnuss mit Trockenpilzjus, geeister Kaiserschmarrn mit Ribiselsülze. Sollte die Küche dabei ins Trudeln geraten, dann springt ein Kabarettist aus dem Tale sofort auflockernd und rettend ein. Auch …
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Kuriosa & Termine: Riechorgan
Manchmal möchte man, mit einem aufsteigenden Merlot in der Nase, so ähnlich schreiben wie Zola: „Der Handschuh aus feinem Leder hatte einen strengen Geruch bewahrt, jenen eigentümlichen Wildgeruch, den das bevorzugte Parfum des jungen Mädchens durch einen Hauch Vanille milderte; und sehr empfänglich für Wohlgerüche, durch diese Mischung von Blume und Fleisch heftig verwirrt, war er außer sich geraten, den Handschuh am Mund, die Wollust seiner Erinnerungen trinkend.“
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Aus ff 25 vom 19. Juni 2008
Wie Grillen ohne Fleisch
School‘s Out: Zur ersten Ausgabe waren 4.000 gekommen – vor einem Jahr verspürten nur mehr einige Hundert Lust auf alkoholfreien Rock. Auch heuer war die Stimmung lange Zeit wie das Wetter. Kühl. Ein Festivalbericht.
von Elisabeth Philipp
Die Sicherheitskontrollen sind imposant. Wie bei einem richtigen Rockspektakel. Polizei, Carabinieri, Sanitäter, Security: alle auf ihren Plätzen, um der potenziellen Gefahr jederzeit Herr zu werden. Nach den jugendlichen Horden aber hält man umsonst Ausschau.
Auf den Ständen wird tapfer gewerkelt: T-Shirts, Buttons, CDs sind griffbereit arrangiert – in Erwartung des Ansturms. Doch auf dem groß angekündigten School’s Out will keine Festival-Stimmung aufkommen. Selbst am späten Nachmittag sind es nur einige Hundert, die den Weg in die Bozner Messe gefunden haben.
Auf dem Weg zur Bühne trifft man die „Weiß-Kreuz-Jugend Bozen“, welche …
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