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Aus ff 30 vom 29. Juli 2010
Scheinwerfer: Licht, das Raum schafft
„Räume des Möglichen“ nennt die Kunstkritikerin Silvia Pegoraro die Arbeiten des Künstlers Carlo Bernardini (1966 geboren, er lebt in Mailand und Rom). Bernardini schafft seine Arbeiten aus Licht mit Hilfe von Glasfaserkabeln. Er hat seine Arbeiten auf großen Plätzen eingerichtet – auf dem Kapitol in Rom, auf dem Flughafen in Brindisi, im Palazzo Litta in Mailand oder auf der Piazza S. Stefano in Rom. „Das Licht“, schreibt Carlo Bernardini, „kann den Raum erweitern oder neu schaffen, mit oder ohne Mauern oder Flächen, die ihn begrenzen.“ Für die Galerie von Antonella Cattani hat Bernardini eine Installation geschaffen (site specific, heißt...
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Scheinwerfer: Der Banker und sein Kumpel
Film: „Schwerkraft“ ist ein rasanter Gangsterfilm. Bildstark und ganz schön amoralisch.
(gm) „Schwerkraft“ ist ein Film, der ein heißes Herz hat, einen unberechenbaren Kern. Es geht um wundersame (Wieder)Begegnungen, um Obsessionen und dass man nicht so aus seiner Haut kann. „Schwerkraft“ von Maximilian Erlenwein (Capitol, Bozen) hat etwas Getriebenes, getrieben auch vom coolen Sound. Er erzählt vom Bankbeamten Frederick (Fabian Hinrichs), vor dessen Augen sich ein Mann erschießt, dessen Kumpel Vince (Jürgen Vogel) und von Nadine (wie schön blass doch Nora von Waldstätten ist) – Frederick ist ihr verfallen. Der Banker und sein Kumpel rauben Häuser aus, Frederick lernt Vince, wie man ein Gangster wird – nur am Arbeitsplatz nehmen...
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CD der Woche: Gogol Bordello, Trans-Continental Hustle.
Dem fünften Album der „Gypsy-Punker“ merkt man den neuen Produzenten an: Rick Rubin hat Frontmann Eugene Hütz zum Songwriting gebracht. Ungewohnt leise und sauber produziert, ergänzen hingerotzte Chöre und schweißtreibende Steigerungen einige nahezu melancholische Power-Balladen. Zu osteuropäischen Klängen gesellen sich südamerikanische Riffs: Aus rohem „Zigeuner-Punk“ ist subtiler „Trans-Continental Songwriter-Punk“ geworden. (ji)
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Scheinwerfer: Im Herzen
Jugendbuch: Wie zwei gänzlich verschiedene Kinder zu Komplizen und Freunden werden.
(ct) Abenteuer, Tricks, blödeln und sich böse anfunkeln: das Alleinsein drückt schwer, dem Mädchen fehlt der Vater, dem Jungen die Mutter. Wie die Lücke schließen? Die Frage wird zum Wendepunkt, die Suche zum Eiertanz. Das zusammengeschmiedete Duo ist auf dem Weg hinaus in die Welt, immer wieder aber zerschellt etwas Zartes, wird das fragile Innere verletzt.
Jerry Spinelli, 69, ausgezeichnet mit dem höchsten amerikanischen Jugendbuchpreis, erhellt die Empfindungen seiner Protagonisten, er zeigt die Vitalität des Denkens und Fühlens und verpackt sie in skurrile und exzentrische Ereignisse. Damit versinnbildlicht er das Chaos im Herzen und das Verlangen nach Halt.
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Scheinwerfer: Freud und die Kloschüssel
Tanztheater: Veronika Riz erzählt von den Zurichtungen des Körpers und des Geistes.
(gm) Das Tanztheater von Veronika Riz ist ein Rausch von Ideen, ihre Choreographien sind eine Flut von Einflüssen, die nicht leicht zu bändigen ist. Auch „Hens & Forks“ mit zwei Tänzern (Ehud Darash, Kiriakos Hadjiionnou), einer Tänzerin (Hwan-Hee Hwang) und einer Schauspielerin (Anna Schmidt) ist ein Mix aus Tanz, Musik (live Christof und Alexandra Dienz), Texten (Ernst Jandl, Robert Woelffl, und Video, ein Gesamtkunstwerk, das sich in allen Richtungen bewegt und das von den Zurichtungen des Körpers und des Geistes erzählt. Kloschüsseln auf der Bühne setzen deutliche Zeichen, treiben ein Spiel mit der Imagination, Tabus werden verhandelt (gibt es...
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Scheinwerfer: Liebe in Zeiten des Krieges
Theater: Bei den „Freilichtsspielen“ am Ritten imitiert man das Stadttheater. Und überschreitet selten die Grenzen des Anstands.
Krieg, ja so hätte es enden können, mit dem Wort Krieg, der zusammenfasst, was sich auf der Bühne abgespielt hat. Doch es endet nicht mit dem Krieg der Geschlechter, dem Krieg, der immer auch die Liebe einschließt, nein, Regisseur Gerd Weigel wirft noch einmal die Theatermaschine an. Und zeigt, was wir schon wussten: Der Krieg endet mit einem Massaker, mit einem höhnischen Lachen und mit Siegern, die sich selber die größten Wunden zufügen. Am Ritten spielt man bei den Freilichtspielen „Gefährliche Liebschaften“, nach dem Briefroman des Choderlos de Laclos (einem großartigen Intrigenspiel aus dem Paris des 18. Jahrhunderts), dramatisiert...
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Die innere Natur
Der Tiroler Max Weiler, vor 100 Jahren geboren, ist einer der bedeutendsten österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts – mit Ausstrahlung auch nach Südtirol. Ein farbiges Werk, begleitet von Skandalen.
Max Weiler ist der Künstler des Jahres in Österreich. 2010 markiert ein Weiler-Revival: Der Künstler wurde vor 100 Jahren in Absam in Tirol geboren. Fast zehn Jahre nach seinem Tod, er starb 2001 in Wien, zeigt man Max Weiler im Ferdinandeum in Innsbruck (mit seinen großen Arbeiten im öffentlichen Raum), in der Galerie Thoman in Innsbruck (mit Bildern, die seinen Weg über 40 Jahre hinweg verdeutlichen) und im Museum Essl in Klosterneuburg (mit Arbeiten aus seiner wichtigsten Schaffensperiode, den 60er- Jahren). Die Spannbreite von Max Weiler war groß, er war ein öffentlicher und ein intimer Maler, er beherrschte das...
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