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Aus ff 27 vom 02. Juli 2009
Der Unentdeckte
Franz Pichler zum Siebzigsten: Von einem, der mit Gilbert Prousch in Gröden und München das Handwerk des Bildhauers gelernt hat – und sich seither erfolgreich vor dem Kunstmarkt versteckt.
Er wollte gar nicht hingehen. Weil er sich nicht traute. Was soll ich dort, sagte er sich. Er wird er mich sowieso nicht wiedererkennen. Und wenn er mich wiedererkennt? Ob er mich begrüßt? Gar mit mir redet? Schließlich siegte dann doch die Neugierde – und er, der höchst selten Meran verlässt, ja noch nicht mal im neuen Bozner Museion war, fuhr hin, nach München. Zur Vernissage der großen Ausstellung eines der größten Kunstphänomene der Gegenwart. Schon beim Einlass schien Schlusszu sein. Vor dem Haus der Kunst hatten sich Bodyguards in Position gebracht: Gesichtskontrolle. Heute war Eleganz mit einem Schuss...
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Scheinwerfer: Schlaue Form, armer Inhalt
Bachmannpreis: Das Wettlesen in Klagenfurt – gut gebaut Texte, ärmliche Geschichten.
(gm) Die Rezensentin der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat sich gar nicht erst nach Klagenfurt begeben, sondern sich auf der Couch breitgemacht und den Bachmannpreis verfolgt, zunehmend zerstreut. Der einst begehrteste Literaturpreis im deutschen Sprachraum ist arg heruntergekommen, er bot auch heuer in der Regel gut gebaute Geschichten, die kaum etwas wagten. Mittlere Literaturinstitutsprosa von insgesamt 14 Autorinnen und Autoren, an der sich die siebenköpfige Jury abmühte. Sie mühte sich mit den Texten, die man selber vorgeschlagen hatte – ein Juror darf zwei Autoren nennen. Eine Novität wäre es gewesen, wäre kein Preis vergeben worden, ein fruchtbarer Skandal. So kamen...
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Cd der Woche: Eels
Hombre Lobo
Mark Oliver Everett trägt einen fetten Bart, das Cover seines neuen Albums zeigt es deutlich. Der amerikanische Songwriter ist nicht jemand, den man festlegen kann. „Hombre Lobo“ bedeutet auf Deutsch Werwolf. Der Wechsel ist Programm für „Eels“, auch auf ihrem neuen Album, auf dem es einmal kracht wie beim Garagenblues, einmal bittersüß in Balladen ein erfülltes Leben herbeigesehnt wird. „Hombre Lobo“, das fünfte Album der Band, ist ruppig. Und von einer Zartheit, die entdeckt werden will. (gm)
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Scheinwerfer: Vorgelesen!
Literatur: Wie gut sind junge Autoren? Die zweite Ausgabe des Franz-Tumler-Preises.
(gm) Am 19. September wird in Laas zum zweiten Mal der Franz-Tumler-Preis vergeben, er ist mit 8.000 Euro dotiert. Der Südtiroler Autor Franz Tumler (1912-1998) hatte seine Wurzeln in der Vinschger Gemeinde.
Drei Autorinnen und zwei Autoren und ihren Erstlingsroman haben die Mitglieder der Jury für die öffentliche Lesung ausgewählt: Lea Gottheil – „Sommervogel“ (vorgeschlagen von Klemens Renoldner), Kartin Seglitz – „Der Bienenkönig“ (Sepp Mall), Lorenz Langenegger – „Hier im Regen“ (Andreas Nesser), Esther Kinsky – „Sommerfrische“ (Daniela Strigl) und Jan Christophersen – „Schneetage“ (Emma Braslavsky, Tumler-Preisträgerin 2007)
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Scheinwerfer: Blut auf Leinwand
Ausstellung: Großer Gestus – Arbeiten von Hermann Nitsch in der „StadtGalerie“ in Brixen.
(gm) Hermann Nitsch ist ein Weltkünstler aus Österreich, ein Mann der großen Gesten, der seine Kunst blutig in Szene setzt, die Farbe großspurig auf die Leinwand schüttet. Immer wieder und immer noch. Nitsch (1938 geboren) ist ein Gesamtkunstwerk, er verfügt über Museen in Mistelbach und Neapel. „Malaktionen“ nennt er seine Arbeiten gerne. Denn bei Nitsch ist Kunst Aktion, Theater, Anspielung auf religiöse Riten, Provokation durch die Verwendung von religiösen Gegenständen wie etwa einem Messgewand (im Bild). Die „Stadtgalerie Brixen“ zeigt einige der „Malaktionen“ von Hermann Nitsch (bis 26. Juli, täglich 10.30-12.30, 16.30-19 Uhr, Große Lauben 5), Die jüngste...
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Tribüne: Stimmen in der Provinz
Bild und Ton: Die Ausstellungsreihe „Il gesto del suono“, ein Konzert dreier Stimmkünstlerinnen und seltsame Unzulänglichkeiten.
Die Veranstaltungsreihe des italienischen Kulturassessorats „Il gesto del suono“ widmet sich innovativer, avantgardistischer Musik. Die Ausgabe 2.0 legt den Schwerpunkt auf die Stimme, mit Konzerten und einer Ausstellung im Centro Trevi (bis 31.7.). Ein Teil der Fotos (jene von Rita Antonioli) sind plastische (großformatige) Porträts, die durch unprätenziöse Direktheit und technische Perfektion in den Bann ziehen. Der andere Teil besteht aus schönen, aber meist konventionellen Fotos. Eine Videoreihe präsentiert Dokumentationen großer Stimmkünstler, doch ist die akustische Qualität den Anforderungen nicht gewachsen: Die wie zufällig aufgestellten billigen Boxen wirken improvisiert, außerdem gibt es, aufgrund fehlender Isolation, Interferenzen mit einer anderen...
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