Leserbriefe schreiben
Aus ff 27 vom 02. Juli 2009
Leserbriefe: „Und jetzt schauen viele Augen drauf“
Titelgeschichte in ff 26/09 über die Ernennung der Dolomiten zum Weltnaturerbe
Gewaltig die Fotos, super. Die Dolomiten, ach, wie ich sie liebe. Eine Superidee. Schön. Nahezu fantastisch, wenn sie nicht echt wären! Ich freu mich, doch, Angst hab’ich schon. Angst hab ich, dass in den Randgebieten weiter ausgebaut wird, denn der Ansturm wird enorm werden. Angst hab ich, denn ein kleiner Teil dieser Welt, der Teil mit seinen farbigen Monolithen, den bizarren Felsnadeln, den fantastischen Zinnen und den unerreichbaren, senkrecht abfallenden Felswänden, ist akut gefährdet. Angst hab ich, denn der Verkehr über die Dolomitenpässe wird zunehmen, die akustische Umweltverschmutzung wird noch unerträglicher werden. Angst hab ich, denn...
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Titelgeschichte in ff 26/09 über die Ernennung der Dolomiten zum Weltnaturerbe
Gratuliere zur Nomination der Dolomiten und willkommen im Club. Gratuliere allen, die dazu beigetragen haben – und dies noch lange tun werden.
Beat Ruppen, Leiter Managementzentrum UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, Naters
„Und jetzt schauen viele Augen drauf“
Titelgeschichte in ff 26/09 über die Ernennung der Dolomiten zum Weltnaturerbe
In Ihrer Titelgeschichte bringen Sie als Beispiel der zu schützenden Gebiete zwei wunderschöne Großaufnahmen, eine vom Langkofel, die zweite vom Sellamassiv.
Soviel mir bekannt ist, wird dieser wohl eindruckvollste Teil der Dolomiten jedoch nicht Teil des Welt-Naturerbes werden – er wurde aufgrund der zu starken Erschließung von vorne herein von Amts wegen ausgeklammert.
Edmund Dellago,
St.Ulrich in Gröden
„Und jetzt schauen viele Augen drauf“
Titelgeschichte in ff 26/09 über die Ernennung der Dolomiten zum Weltnaturerbe
Wir fragen uns: Wie lange hält ein Volk ein demokratie- und informationspolitisch marodes System aus? Die unselige Verquickung von politischer und medialer Machtarroganz gab es hierzulande bereits vor Berlusconi. Darauf hat vor einigen Jahren Hubert Frasnelli in seinem Buch „Die Herrschaft der Fürsten“ hingewiesen. Dann war da vor den letzten Europawahlen – und nicht nur da - das couragierte Auftreten von Frau Renate Holzeisen gegen einen – leider sehr verbreiteten und salonfähig gewordenen – Machtmissbrauch. Es nützt uns wenig, wenn systemkritische Südtiroler erst nach ihrem Tod gewürdigt werden – auch die lebenden verdienen Anerkennung und Respekt für ihren selbstlosen...
mehr...Der Zorn der Opposition
Landesregierung genehmigt Piste am Kronplatz – Panorama-Meldung in ff 26/09
Es ist sehr beschämend, wie auch im heiligen Land Tirol die Großen über die Kleinen hinwegfahren. Ehrlich gesagt finde ich die Vorgangsweise hinterlistig, im Volksmund verwendet man dafür den Ausdruck „hinterfotzig“. Ich bin zwar schon alt, aber an unserer Heimat dennoch sehr interessiert. Bei solchen Projekten (Ried, Sexten) wird man traurig. Die Träger und auch die Genehmiger dieser Vorhaben sollen einmal zum Heiligen Geist um die Eingabe eines gesunden Hausverstandes beten und dann ihren Größenwahn begraben. Wenn es so weitergeht, dann wird es wohl bald nur mehr Arme und Reiche geben. Wer zu den Reichen gehört, muss ich...
mehr...Der Zorn der Opposition
Landesregierung genehmigt Piste am Kronplatz – Panorama-Meldung in ff 26/09
Beim Beschluss der Schipistenpläne hat die Landesregierung wieder ihr wahres Gesicht gezeigt und wieder bestätigt, dass die SVP eine Asphaltier- und Betonierpartei ist. Es ist eine Zumutung, wie schnell fast unberührte Gebiete erschlossen werden. Landesrat Michael Laimer, zuständig für Natur und Umweltschutz, hat im Mittagsjournal zugegeben, dass er selbst vor der Abstimmung keinen Lokalaugenschein an den Pisten Ried und in Sexten vorgenommen hat. Dann muss ich mich fragen, was für einen Landesrat für Natur und Umwelt haben wir in unserer Landesregierung? Wie viele SVP Landtagsabgeordnete waren überhaupt an Ort und Stelle und haben sich die Pläne der Pistenbetreiber angeschaut?...
mehr...Der Appell des Hirten
ff 25/09 brachte ein Interview mit Bischof Karl Golser
Das Interview enthält gewichtige Aussagen. Das ist erfreulich. Was die Thematik einer Moschee in Südtirol betrifft, verstehe ich allerdings die Bedenken (oder sind es Ängste?) nicht. Wo ist schon der Unterschied zwischen einem muslimischen Gebetsraum und einer Moschee? Eine Moschee sei u.a. auch ein Ort politischer Meinungsbildung, betont Bischof Golser. Ein Gebetsraum ist das wohl auch. Muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger werden sich immer eine politische Haltung bilden, gleichgültig wo. Die Basis des Rechtsstaates darf dabei nirgends verlassen werden. Somit würde auch eine Moschee keine Gefahr darstellen. Nicht nachvollziehen kann ich die Äußerung des Bischofs, dass es in Südtirol „derzeit...
mehr...Die gute Jugend
Die Jugend verdient mehr Anerkennung. Warum wird sie in der Öffentlichkeit als Risikofaktor dargestellt?
Verfolgt man die öffentliche Diskussion zum Thema Jugend, so drängt sich einem sehr schnell folgende Frage auf: Ist unsere Jugend nicht mehr unser Hoffnungsträger, sondern ist sie ein Risikofaktor geworden? Ihren Niederschlag im öffentlichen Diskurs findet sie überwiegend in Negativschlagzeilen wie Alkoholkonsum, Gewaltbereitschaft, Vandalismus, Drogen. Dabei gäbe es so viele positive Beispiele, worüber es wert wäre, regelmäßiger und ausführlicher zur berichten: freiwilliges und ehrenamtliches Engagement in den verschiedenen Organisationen im In- und Ausland, freiwillige und unbezahlte Praktika in Unternehmen, Jugendmusik, Jugendtheater, Bildung, Sport um nur einige zu nennen. Unsere Kinder und Jugendlichen haben sich diese diskriminierende und...
mehr...Rasen im Tal
Der Ausbau der Straße ins Ultental und die Folgen
Letztes Jahr wurde die Straße zwischen St. Nikolaus und St. Gertraud in Ulten großzügig ausgebaut und wo möglich begradigt. Kurven wurden entschärft und die Übersichtlichkeit wurde verbessert. Jetzt kann man wirklich angenehmer das letzte Dorf im Ultental erreichen als früher. So weit, so gut. Leider gibt es aber immer wieder hirnlose Zeitgenossen, die die Straße jetzt mit einer Rennstrecke verwechseln und mit ihren PS-starken Motorrädern bzw. Autos ihr Leben (was ja anscheinend nicht so schlimm wäre) und das der anderen Verkehrsteilnehmer massiv gefährden. Leider finden hier so gut wie keine Kontrollen statt, sodass diese Idioten im wahrsten Sinne freie...
mehr...70 Jahre Option
Vor 70 Jahren mussten die Südtiroler entscheiden: Gehen oder bleiben.
Was würden heute junge Menschen sagen, wenn es politisch hieße: Entscheide dich zum Gehen oder Dableiben. In einer der schwersten wirtschaftlichen Krise aller Zeiten, wo nur Arbeitslosigkeit und eine gewaltige Armut vorherrschte. Dieses Optionsabkommen zwischen den verbrecherischen Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini brachte nur Elend, Not und Unfrieden in und zwischen die Familien. Niemand wusste so recht, was einem bevorsteht. Man blickte sehr ungewiss und schicksalshaft in die Zukunft. Es war eine der fatalsten Zeiten, die es je in Südtirol gegeben hat; für die 86 Prozent, die für das Deutsche Reich optierten und genauso für die restlichen...
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