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Aus ff 51-52 vom 18. Dezember 2014

Sicherheit statt Aufbruch

Haushaltsreden sind für Regierungen Gelegenheit, ­Grundsätzliches zu sagen. Die Haushaltsrede von ­Landeshauptmann Kompatscher verriet eines: ein großes Bedürfnis nach Sicherheit.

Es ist 10:09 am vergangenen Freitag, als Landeshauptmann Arno Kompatscher seine Rede zum Haushalt 2015 beginnt. Es ist 10:50, als er seine Rede mit dem etwas verwinkelten Satz beendet: „Südtirol steht heute gut da, und wenn wir am Ende des kommenden Jahres dafür gesorgt haben, dass die Südtirolerinnen und Südtiroler trotz aller Turbulenzen mit etwas mehr Sicherheit in die Zukunft blicken können und mit Zuversicht die Umsetzung ihres eigenen Lebensentwurfes angehen, dann haben wir das erfüllt, was ich an den Anfang dieser Rede gestellt habe: die zentrale Aufgabe der Politik.“ Es ist ein Satz wie die ganze Rede. Umständlich....

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Der beste Erfolglose

Guido Margheri sitzt seit 20 Jahren im Bozner Gemeinderat, aufseiten der Mehrheit. Etwas geworden ist er nie, jetzt ist er immerhin Präsident des Gemeinderats. Er ist ein alter Linker, der noch auf die Straße geht. Das Porträt eines „animale politico“.

Guido Margheri hat viele Talente. Er kann endlos reden. Er kennt sich aus, zum Beispiel, wenn es um die Fusion Etschwerke-Sel, das Kaufhaus in Bozen oder das Wahlrecht geht. Er ist immer da. Er macht zwei Jobs, bei der SAD und als Politiker. Kaum einen anderen Politiker sieht man so oft auf der Straße, um Flugblätter zu verteilen oder Wahlkampf zu betreiben. Eines hat Guido Margheri (56) nicht: Talent zum Erfolg. Er ist in seiner politischen Karriere nie etwas geworden. Und seine politische Karriere ist lang. Jetzt ist er immerhin Präsident des Bozner Gemeinderates. Dazu kann man zwei Dinge...

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Roms endloser Niedergang

Ein filmreifer Mafia-Skandal taucht Italiens Hauptstadt einmal mehr in trübes Licht. Rom erstickt im Verkehr, Kriminalität und Korruption wuchern. Eine Reportage aus einer Metropole vor dem Bankrott.

In keiner anderen europäischen Metropole verschwimmen Fiktion und Wirklichkeit so täuschend ineinander wie in der Ewigen Stadt. So irritierend wie im preisgekrönten Film „La grande Bellezza“. In morbider Schönheit spiegelt die Stadt die Ambivalenz römischer Geschichte wider. Antiker Travertin und hässlicher Beton. Zwischen bröckelndem Mauerwerk und Relikten ehemaliger Opulenz dösen Immigranten unter Plastikplanen. Rom wirkt wie ein gigantisches, von unablässigen Verkehrsströmen durchflutetes Monument ausgehöhlter Selbstherrlichkeit. Wo, wenn nicht hier, am geschichtsträchtigen Schauplatz von Verschwörungen, Machtspielen und Intrigen, konnte diese Geschichte spielen: Zwei vorbestrafte Schwerverbrecher mit ihrem mafiaähnlichen Kartell kassieren Dutzende Millionen Euro von der Stadt und ölen das System...

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Gastkommentar: Und unsere Kinder?

Wie kann es sein, dass die Südtiroler die zweite Sprache nicht lernen, fragt sich der Künstler Armin Mutschlechner. Unser System, sagt er, ist einfach nicht zukunftsfähig.

Die Arme verschränkt am Fensterbrett, sehe ich hinaus in mein Dorf. Ich zähle die Häuser, in denen Italiener leben. Viele sind es nicht mehr. In den 1970ern waren es bedeutend mehr. Damals bin ich in die Schule gekommen und konnte Walsch reden. Walsch benutze ich heute noch als Synonym für Italienisch. Und das lasse ich mir auch nicht nehmen. Mit diesem Terminus bin ich (fast) wertfrei aufgewachsen, da mein Vater bei der walschen Enel beschäftigt war. Ich wuchs mit walschen Kindern auf. Meine Kinder kommen heute in unserem Dorf mit dem „Anderen“ nur in der Schule in Berührung. Leider....

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Das Weltcup-Geschäft

Es liegt zwar kaum Schnee, trotzdem tummeln sich die besten Skiläufer der Welt diese Woche in Südtirol. Längst ist der Weltcup-Zirkus zu einem Millionengeschäft für Gröden und Alta Badia geworden. Die Zahlen hinter dem Ereignis.

Stefania Demetz fällt beinahe hörbar ein Stein vom Herzen: „Die Weltcup-Rennen in Gröden“, sagte sie am Montagabend gegenüber ff, „sind gesichert.“ Die Geschäftsführerin des Saslong-Classic-Clubs saß wochenlang wie auf Nadeln. Es wollte einfach nicht schneien – und sogar für die künstliche Pistenbeschneiung war es lange Zeit zu warm. Buchstäblich in letzter Minute gelang „das Unmögliche“. So jedenfalls nennt es Helmuth Schmalzl, der Renndirektor des internationalen Skiverbandes Fis. Den Skiweltcuprennen am Wochenende in Südtirol (siehe Kasten) steht also nichts mehr im Wege. Die besten Skifahrer der Welt werden nach Gröden und Alta Badia kommen. Längst ist der Weltcup-Zirkus zu...

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Zurück auf Anfang

Die „ursprünglichen“ Umweltpläne der Sel gibt es zwar nicht mehr. Trotzdem möchte die Landesregierung sie nun als Basis für eine neue Energiepolitik verwenden.

Das Zauberwort „Fusion“ scheint verflogen. Das Land und die Gemeinden Bozen und Meran werkeln zwar weiterhin an einem Zusammen­schluss ihrer Energiegesellschaften Sel und Etschwerke. Doch weder Landeshauptmann Arno Kompatscher noch die Bürgermeister Gigi Spagnolli (Bozen) und Günther Januth (Meran) haben es noch besonders eilig damit. Bis vor ein paar Tagen war das noch völlig anders gewesen. Da sprachen die Akteure von einem Gerichtsentscheid am 17. Dezember, bis dahin müssten Sel und Etschwerke zusammengeschlossen sein. Sonst drohe das Unausweichliche: Die Sel verliert die Konzessionen und damit den Zugriff auf eine Reihe von großen Kraftwerken: Kardaun, Brixen, St. Anton, Lana,...

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Panorama: Unter Dach und Fach

Autonomie: (nd) Das Finanzabkommen zwischen Rom und Bozen ist praktisch unter Dach und Fach. Am Dienstag unterzeichnete Regierungschef Matteo Renzi die sogenannte diplomatische Note, mit der sein österreichischer Kollege Werner Faymann darüber informiert wird, dass in dieser Sache ein Einverständnis zwischen Rom und Bozen erzielt worden ist. Nahezu zeitgleich genehmig­te die Südtiroler Landesregierung das Abkommen – „nach aufmerksamer Prüfung“. Vor wenigen Tagen hatten Beamte im Finanzministerium „semantische Ausbesserungen“ am Text vorgenommen. Dies hatte den Verdacht aufkommen lassen, dass das Abkommen in letzter Minute Opfer von Fallstricken werden könnte. SVP-Senator Karl Zeller, der als Architekt des Finanzabkommens gilt, hat immer...

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Panorama: Kleines Edelweiß als Wutventil

SVP: (nd) Der dramatische Rückgang der Mitgliederzahlen hat innerhalb der SVP dazu geführt, dass jetzt wieder über ein bereits in der Vergangenheit getestetes Krisenmodell nachgedacht wird: parteiinternen Dissidenten bei der kommenden Frühjahr anstehenden Gemeinderatswahl die Möglichkeit zu bieten, auf einer eigenen Liste unter dem Symbol des „kleinen Edelweiß“ anzutreten. An diesem Montag wurde diesbezüglich grünes Licht gegeben – allerdings mit Einschränkungen. So soll es diese Möglichkeit lediglich in Gemeinden mit bis zu 15.000 Einwohnern geben, außerdem sollen die eventuell gewählten Kleinen-Edelweiß-Vertreter verpflichtet werden, der SVP-Fraktion im Gemeinderat beizutreten. Über Sinn, Unsinn und Gefahren des kleinen Edelweiß wird schon seit...

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Panorama: Wütend

Bürokratie: (nd) Ohne Schneekanonen kein Schnee, ohne Schnee kein Wintertourismus: Gemäß dieser Faustregel wird in Südtirols Skigebieten rund um die Uhr gearbeitet, um künstlichen Schnee zu produzieren. Trotz des vielen Regens im Sommer und Herbst gibt es aber nicht überall genügend Wasser, um die Skikanonen speisen zu können. Zum Beispiel oberhalb von Corvara. Die Betreiber sind wütend: nicht auf das wenig winterliche Wetter, sondern auf die Beamten des Landes. Der Grund: Sie würden den Bau eines dringend notwendigen Speicherbeckens verzögern. Im Landesamt für Raumordnung bestätigt man gegenüber ff das Problem. Als Grund für die „Verzögerung“ wird allerdings nicht die...

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Panorama: Axels Coup

Justiz: (doc) „Ich bin nicht schockiert“, sagt Michael Stadler, „in Italien habe ich schon alles erlebt.“ Stadler ist der Chef von Wolf System in Freienfeld, seit Monaten schlägt er sich mit der Justiz und dem ehemaligen Verwaltungschef seines Unternehmens herum. Dieser habe sich laut Wolf System rund 880.000 Euro zu viel an Gehältern ausbezahlt und dem Unternehmen einen Schaden von 2 Millionen Euro zugefügt. Exverwaltungschef Heinrich Auer sieht das anders: Er habe das Geld in Absprache mit der Firmenleitung erhalten, dafür habe er die Schwarzgeldkonten des Unternehmens führen müssen. Staatsanwalt Axel Bisignano will nun die Ermittlungen gegen Auer...

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Panorama: Das Müllwunder

Bozen: (nd) Die Nachricht wirkt wie eine Ohrfeige ins Gesicht all jener, die das neue Bozner Mülltrennungssystem kritisiert hatten: „Im kommenden Jahr werden die Mülltarife in der Landeshauptstadt um rund 12 Prozent gesenkt.“ Dies teilt die zuständige Stadträtin Patrizia Trincanato mit. Als Grund für die überraschende Preissenkung wird die fleißige Mülltrennung der Bozner Bürger genannt. Die Recyclingquote habe mittlerweile die 70-Prozent-Marke überschritten. Durch den Verkauf der „Wertstoffe“ habe die Stadt, so Trincanato, mehr Geld eingenommen als ursprünglich veranschlagt. Und dieses Geld könne jetzt den Bürgern zurückgegeben werden. Ein Versprechen, das man im Kalender festhalten sollte.

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Panorama: Peinlicher Namengeber

Nazivergangenheit: (nd) Das Realgymnasium Bozen hat die Zäsur vollzogen: Im Jahr 2000 trennte sich die Schule von ihrem einstigen Namengeber Raimund von Klebelsberg. Der Grund: Der 1886 in Brixen geborene von Klebelsberg war nicht nur ein Geologe und Hochgebirgsforscher, sondern auch – wie der Historiker Leopold Steurer nachgewiesen hat – ein überzeugter Parteigänger der Nazis und glühender Antisemit. Und damit wenig geeignet als Vorbild für Studierende. Einen ebenso braun eingefärbten Namengeber hat seit 1964 die Mittelschule „Josef Wenter“ in Meran. Bereits vor rund zehn Jahren zeigte der Historiker Hans Heiss auf, dass der Schriftsteller Wenter mit den Nazis kollaboriert...

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