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Aus ff 36 vom 04. September 2008

Wechselkurs: Ein teures Versprechen

Silvio Berlusconi hat Wort gehalten. Seine seit Anfang Mai amtierende Regierung hat eine Lösung orchestriert, die die nationale Fluggesellschaft Alitalia mehrheitlich in italienischer Hand belässt. Die Kosten sind allerdings enorm, und das nicht nur in finanzieller Hinsicht.
Fangen wir beim Geld an: Das im März 2008 vorgelegte Übernahmeangebot von Air France KLM, das von der scheidenden Regierung Prodi befürwortet und vom wahlkämpfenden Berlusconi als „Ausverkauf“ bezeichnet wurde, sah 0,10 Euro pro Aktie und 85 Prozent des Nennwerts einer 700 Millionen Euro schweren Wandelanleihe vor.
Der Staat, der 49,9 Prozent der Aktien hält, hätte rund 300 Millionen …

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Aus ff 35 vom 28. August 2008

Wechselkurs: Comeback des Dollars

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Ein Totgesagter meldet sich zurück: Seitdem der US-Dollar im Juli zum letzten Mal an der Marke von 1,60 zum Euro kratzte, festigte er sich bis vergangenen Dienstag auf 1,46. Das Ausmaß der Erholung hält sich zwar noch in Grenzen – die jüngste Abwertungswelle begann vor drei Jahren bei 1,16 zum Euro, und seit dem Rekordhoch von 0,82 vor acht Jahren hat sich der Greenback nahezu halbiert –, dennoch kam er für viele Marktteilnehmer überraschend. Zu viele Faktoren schienen gegen die amerikanische Währung zu sprechen: Bei kurzfristigen Anlagen kann der Euro zurzeit mit einem Zinsvorteil von gut 2 …

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Aus ff 34 vom 21. August 2008

Schwarze Schafe

Märkte: Unter den Wanderhändlern brodelt es. Sie beklagen einbrechende Umsätze, Schikanen der Gemeinden – und sie beäugen die zunehmende Konkurrenz nicht einheimischer Händler skeptisch.

Sandro Xu kann die Aufregung nicht verstehen. „Okay“, sagt er in etwas holprigem Italienisch, „das Geschäft läuft derzeit zwar nicht besonders gut, aber sonst geht es schon.“ Sandro Xu ist vor ein paar Jahren aus China nach Italien gekommen, jetzt lebt er mit seiner Familie in Bozen.
Von dort aus betreibt er Wanderhandel, Xu ist auf den Märkten der Landeshauptstadt genauso zu finden wie auf dem Wochenmarkt in Bruneck. Es ist ein heißer Mittwochvormittag, im schwarz-grauen T-Shirt verkauft der Chinese Jacken, Hosen, Röcke. Neben vielen Sonderangeboten liest man auf einem Schild „Nuovi arrivi“.
Das könnte auch …

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Wechselkurs: Verteuertes Kapital

An die 400 Milliarden US-Dollar wurden bislang vom Banksektor diesseits und jenseits des Atlantiks abgeschrieben, im Zusammenhang mit Hypothekardarlehen vor allem in den USA. Wie lange die Krise sich noch hinziehen wird, ist noch nicht abzusehen. Sicher ist aber eines: Die volkswirtschaftlichen Folgen werden enorm sein.
Die Schlüsselgröße ist das Eigenkapital der Banken. Zum einen wird dieses durch Verluste vermindert. Die Eigenmittel über nicht ausgeschüttete Gewinne aufzupäppeln, nimmt viele Jahre in Anspruch; Kapitalerhöhungen sind aufgrund der ausgebombten Aktienkurse nur sehr schwer zu platzieren. Zum anderen werden die Aufsichtsbehörden nach den jüngsten Erfahrungen es nicht mehr zulassen, dass die …

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Aus ff 33 vom 14. August 2008

„Verlängerung wäre sinnvoll“

Flughafenpräsident Engelbert Ritsch über die umstrittene Landebahn, umweltfreundliches Fliegen, den fehlenden Masterplan, rote Zahlen, seinen Wattkumpel Luis Durnwalder und den schleichenden Ausbau des Airports.

ff: Wenn man sich in den vergangenen Tagen die Zeitungen ansah, las man von schlechten Nachrichten für den Flughafen: In der Bilanz klafft ein 3-Millionen-Euro-Loch, es gibt Probleme mit den Antennen auf Montiggl und jetzt will auch Air Alps nicht mehr.

Engelbert Ritsch: Mah, die Nachrichten sind so schlecht auch wieder nicht. Sicher, die Fluggesellschaft Air Alps hat uns mittels Brief mitgeteilt, dass sie den Vertrag mit Ende des Sommerflugplanes nicht mehr verlängern will. Dadurch ist jetzt aber auch die Möglichkeit gegeben, dass das Land eine EU-weite Ausschreibung macht. Und zwar für jene Destinationen, die Bozen haben möchte. …

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Wechselkurs: Peng! macht die Blase

Immer stiller wird das Leben an der Börse, seitdem der Computerbildschirm das Parkett als Handelsplatz immer mehr verdrängt hat. Dafür wird ein anderes Geräusch immer vernehmbarer, der Knall geplatzter Blasen. Den Anfang machten die zerstobenen Internetträume zur Jahrtausendwende. Von 2006 bis 2007 begannen die heißgelaufenen Immobilien- und Kreditsektoren Luft abzulassen – zuerst unmerklich, im weiteren Verlauf immer lauter hörbar. Jetzt könnte die nächste Blase dran sein: Mit großer Wucht sackte die seit Jahren andauernde Rohstoffhausse zusammen.
Im Juli haben breit gefächerte Rohstoffindizes wie der GSCI von Goldman Sachs oder der CRB von Reuters/Jefferies um ein Zehntel nachgegeben – …

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Forstbehörde – quo vadis?

Die Forstbehörde widmet sich immer weniger ihrer eigentlichen Aufgabe – und wird immer mehr zur Optimierungsinstanz für Skipistenbauer. Die missliche Lage anhand des Beispiels „Signaue“ in Sexten.
von Ernst Watschinger

Die neue Skianlage „Signaue“ in Sexten erstreckt sich von der Ortschaft Signaue bis zur sogenannten Parfal. Von dort bis zur Rotwandwiese wurde ein steiler Pistenabschnitt mit einer horizontalen Länge von rund 400 m errichtet. Dabei wurde im oberen Teil der zu errichtenden Piste zunächst der auf den fast kahlen Felsen wachsende, jahrhundertealte Lärchenschutzwald radikal abgeholzt.
Daraufhin wurde der anstehende Felsen unter Aufsicht und angeblich auf Veranlassung der Forstbehörde um 6 bis 7 Meter tief abgesprengt, um den steilen Hang mit über 70 Prozent (!) Hangneigung auf ein geringeres Gefälle zu bringen. Da muss man sich doch fragen: Ist …

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Der Stadt-Geometer

In Brixen plant der SVP-Fraktionssprecher große Hallen und Gebäude für die Gemeinde. Obwohl dies nur Architekten dürften.

Heinrich Ferretti mimt die Unschuld vom Lande. „Bis zu dem Moment, in dem die Anfrage gekommen ist“, sagt er, „hatte ich nie davon gehört.“ Ferretti ist von Beruf Geometer, er betreibt in Vahrn gemeinsam mit Geometer Wolfgang Massardi ein technisches Büro (Geoplan). Nebenbei sitzt er im Gemeinderat der Stadt Brixen. Heinrich Ferretti ist dort sogar Fraktionssprecher – der SVP.
Natürlich ist es nur ein Zufall, dass Geo­plan immer wieder Gebäude für die Stadtgemeinde plant und projektiert. So geschehen bei der Feuerwehrhalle in Sarns. Und so geschehen auch beim Mehrzweckgebäude in Tschötsch, das derzeit errichtet wird. Dort entstehen eine …

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Aus ff 32 vom 07. August 2008

Der Preis der Autonomie

Steuerreform: Italien ist auf dem Weg zum Steuerföderalismus. Südtirol hört den betörenden Lockruf der Finanzautonomie, unterschätzt aber die Risiken des Steuerwettbewerbs.

Die SVP will sie, die Freiheitlichen wollen sie, den Grünen ist sie recht, und wenn sie richtig gemacht wird, passt sie auch dem Partito Democratico ins Konzept.
„Eine große Autonomie wie die unsere verlangt nach einer Finanzautonomie“, sagt der Abgeordnete Siegfried Brugger. „Steuerföderalismus gehört zur Grundstrategie des Landes Südtirol seit mindestens zwei Jahren“, sagt Landesrat Werner Frick.
Steuerautonomie ist das neue Modewort der Südtiroler Politik. Sie ist es umso mehr, seit sich die Konturen des Steuerföderalismus tatsächlich in Rom abzuzeichnen beginnen. Dennoch bleibt es fraglich, ob der Finanzföderalismus wirklich ein so gutes Geschäft wird. Und Erfahrungen …

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Wechselkurs: Das R-Wort trifft zu

Befinden sich die USA in einer Rezession oder nur in einer Phase sehr schwachen Wachstums? Legt man die geläufige Definition zugrunde – ein geschrumpftes Bruttoinlandsprodukt (BIP) für zwei Quartale in Folge –, sind die Kriterien nicht erfüllt, um von Rezession zu sprechen. Viel fehlt aber nicht: Erstmals seit dem dritten Quartal 2001 hat das amtliche Bureau of Economic Analysis (BEA) in Washington wieder ein Quartal mit negativem Wirtschaftswachstum ausgewiesen: Die revidierte Zahl für die letzten drei Monate 2007 beträgt
-0,2 Prozent. Auch das Quartal 2008 weist eine ziemlich anämische Zunahme des BIP von annualisiert +0,9 Prozent auf. Der …

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Nicht aufhören anzufangen

Die Südtiroler Frauen- und Menschenrechtlerin Monika Hauser über ihre Hilfsorganisation medica mondiale, über sexuelle Gewalt nicht nur in Krisengebieten, Südtiroler Vorwahlhetze und Macho-Politiker.

ff: Sie sind Gründerin der weltweit operierenden Frauen- und Menschenrechtsorganisation medica mondiale. Muss man als professionelle Helferin auch auf sich selbst aufpassen?

Monika Hauser: Ja. Wenn man sich wie ich seit 15 Jahren mit schweren Menschenrechtsverletzungen und Trauma-Arbeit beschäftigt, dann ist es professionell zwingend, dass man sich Auszeiten gibt. Die Gefahr einer stellvertretenden Traumatisierung ist bei unserer Arbeit groß, denn wir arbeiten mit Frauen, die sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren. Man wird durch das, was man sieht, unmittelbar berührt. Andererseits brauchen wir aber die Empathie, um unsere Arbeit überhaupt machen zu können. Ohne Einfühlungsvermögen würde ich keine gute Menschenrechtlerin …

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Aus ff 31 vom 31. Juli 2008

Maranello in Pfatten

Fahrsicherheitszentrum: Es ist um über 5 Millionen Euro teurer geworden als Landesrat Widmann 2004 versprochen hat. Zur Kostenexplosion führten Umbauarbeiten in den Wochen vor der Eröffnung.

Der Handwerker ist einigermaßen geschockt: „Was da in den sechs Wochen vor der Eröffnung passiert ist“, sagt er, „geht auf keine Kuhhaut.“ Böden und Fliesen seien herausgerissen, Wände versetzt, Türen und Armaturen ausgetauscht worden. Ohne Rücksicht auf Verluste – und ohne Rücksicht auf die Kosten.
Denn bereits vorher sei vieles im neuen Fahrsicherheitszentrum von Pfatten, modisch Safety Park getauft, fix und fertig gewesen. Die Böden waren eingezogen, die Wände gestrichen, die Türen gesetzt. „Dann ist Landesrat Widmann mit ein paar Herren vorbeigekommen“, sagt ein Bauarbeiter, „und alles ist umgekrempelt worden.“ Zu wenig edel sei der Bau gewesen, zu …

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Wechselkurs: Autos im Gegenwind

Im Juni ist die Zahl der neu angemeldeten Autos in Westeuropa um 7,9 Prozent geringer ausgefallen als im selben Monat vor einem Jahr. Für das gesamte erste Halbjahr 2008 gibt der Branchenverband ACEA eine Verminderung von 2 Prozent an: Somit scheint sich im Juni die Abkühlungstendenz verstärkt zu haben. Auch für die Nutzfahrzeuge wurden deutliche Bremsspuren vermeldet: In dieser Sparte betrug der Rückgang 10,3 Prozent im Monats- und 2,1 Prozent im Halbjahresvergleich. Da der Automobilsektor direkt und indirekt einen gewichtigen Teil des produzierenden Gewerbes ausmacht, bestätigen die Zulassungsstatistiken, dass sich die Konjunktur in den letzten Monaten rapide eingetrübt hat. Besonders …

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Montiggler Misere

Die Flughafengesellschaft hat Unkosten mit ihren Antennen. Doch zahlen tut das Land. Die versteckte Finanzierung eines Privaten? 

Wochenlang musste Air Alps in Verona oder Innsbruck landen und die Passagiere mit dem Bus nach Bozen karren. Nachts und bei Nebel waren im Herbst 2006 am Bozner Flughafen weder Starts noch Landungen möglich.
Der Grund für die Misere lag in einer Antenne der Carabinieri. Diese hatten in Montiggl einen hohen Turm errichtet, von dem aus sie streng vertrauliche Daten nach Rom sendeten. Das Pech dabei war, dass keine 30 Meter daneben das VOR-Sendesystem der Flughafengesellschaft ABD stationiert ist. Die Carabinieri-Antenne störte das VOR, wochenlang waren in Bozen nur Sichtflüge möglich.
Erst als die Antenne stillgelegt …

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Aus ff 30 vom 24. Juli 2008

Eine Frage der Ethik

Der Meraner Primar Herbert Heidegger ist Meister der Gesundheitswissenschaften. Den Master-Titel hat er auf Kosten der Steuerzahler erwerben dürfen. Als einziger Primar in Südtirol.

Der Mann ist zuständig für die Ethik im Land. Er wacht also darüber, was richtig und gut – und was weniger gut ist. Letztes ist natürlich zu vermeiden. Zumindest dann, wenn es um Fragen des Gesundheitswesens und der Forschung geht.
Herbert Heidegger, 54, ist Präsident des Landeskomitees für Ethik. Der Primar für Gynäkologie und Geburtshilfe im Meraner Krankenhaus beschäftigt sich dort gemeinsam mit elf Mitgliedern mit Themen wie „Welche Rechte haben Patienten?“, oder „Was darf die Forschung?“. Das Ergebnis dieser Diskussionen dient der Landesregierung als Entscheidungshilfe bei heiklen Fragen um Gesundheit und Sanität.

Nicht minder heikel …

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Wechselkurs: Kein Dominoeffekt

Ein Gespenst geht um in den Finanzmärkten: Die Banken, schwer angeschlagen von Abschreibungen in dreistelliger Milliardenhöhe, könnten ihre Kreditvergabe drosseln und damit die Realwirtschaft abwürgen. Die theoretische Begründung dieser Befürchtung ist relativ einfach: Die Banken dürfen Ausleihungen und andere Risikopositionen höchstens in einer bestimmten, gesetzlich festgelegten Relation eingehen. In guten Zeiten, in denen sich aus den Risikoaktiva nur geringe Verluste ergeben, werden die Banken eine tendentiell expansive Kreditpolitik fahren. Trübt sich das wirtschaftliche Umfeld ein und resultieren aus den eingegangenen Risiken hohe Verluste, müssen diese gegen das Eigenkapital gebucht werden: Infolgedessen entsteht ein Missverhältnis zwischen Eigenmitteln und Risikoaktiva, das nur …

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Aus ff 29 vom 17. Juli 2008

Wechselkurs: Sündenbock Spekulation

Der Ölpreis hat sich binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt. Auch andere industrielle und agrarische Rohstoffe haben eine regelrechte Kursexplosion erlebt. Wer ist schuld? Von der globalisierungskritischen Bewegung Attac bis zu führenden Politikern des Mitte-Rechts-Spektrums (der französische Premier Nicolas Sarkozy, der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti, der österreichische Vizekanzler Wilhelm Molterer) ist die Sache klar: Die Spekulation treibt die Preise, daher soll ihr mittels Strafsteuern oder einer strikteren Regulierung das Handwerk gelegt werden. Die ins Feld geführten Zahlen sind in der Tat beeindruckend: An der New Yorker Terminbörse Nymex werden täglich eine Milliarde Barrel gehandelt, verglichen mit einer Weltproduktion von 85 Millionen …

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Kollaps der Quellen

Brennerbasistunnel: Er ist verträglich für die Umwelt, sagen die Experten des Landes. Die Kritiker bezweifeln das – und bringen stichhaltige Argumente dagegen vor.

Der Gang in den Stollen ist beschwerlich. Gebückt schreitet Hans Sparber voran, es geht rund 50 Meter in den Berg hinein. Am Ende sprudelte bis vor wenigen Wochen das Wasser aus dem Gestein, über 1.000 Liter am Tag. Jetzt ist die Quelle versiegt.
Hans Sparber, Kassler-Bauer in Mauls, ist sich sicher: „Das muss mit den Sprengungen für den Tunnel zusammenhängen. Sonst kann ich mir keinen Grund für das plötzliche Ausbleiben des Wassers vorstellen.“ Über 80 Jahre lang ist das Wasser aus dem Stollen geflossen, im Sommer gleich wie im Winter.
Jetzt …

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Aus ff 28 vom 10. Juli 2008

Wechselkurs: Die EZB hat recht

Die Konjunktur schwächt sich deutlich ab

Die Konjunktur schwächt sich deutlich ab; das Ende der Krise im Bankensektor ist noch nicht absehbar; die Immobilienpreise purzeln; die Börsen befinden sich auf Talfahrt. All dies hat die Europäische Zentralbank (EZB) nicht davon abgehalten, den Leitzins für die Eurozone von 4 auf 4,25 Prozent anzuheben. Bereits im Vorfeld der Maßnahme hatte es seitens vieler Politiker, Ökonomen, Kommentatoren massiv Kritik gehagelt: Die EZB sei zu einseitig auf Inflationsbekämpfung ausgerichtet und ignoriere die wirtschaftliche Entwicklung. Es wird zwar eingeräumt, dass die Inflation auf inakzeptabel hohe 4 Prozent gestiegen ist, der Teuerungsschub sei jedoch in erster Linie dem nach oben geschossenen Preis …

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„Schwammige Sache“

Universität: Die Habilitation von Walter Obwexer wurde inzwischen auch von Rektor Töchterle bescheinigt. Trotzdem könnte die Affäre ein Nachspiel haben.

Walter Obwexer, Universitätsassistent und angehender Professor, habe bei seiner Habilitationsschrift abgeschrieben (ff 26/08). Von sich selbst, von seiner mit dem Jean-Monnet-Preis ausgezeichneten Dissertation. Die ersten 80 Seiten der beiden Arbeiten sollen nahezu identisch sein. Der Vorwurf: Selbstplagiat. „In der Wissenschaft ist das durchaus normal“, weiß Medienwissenschaftler und Plagiatsjäger Stefan Weber. Selbstplagiate seien kein Verstoß gegen das Urheberrecht, aber „unseriös sich selbst und der Wissenschaft gegenüber“.
Konsequenzen ziehen sie selten mit sich, auch in diesem Fall nicht. Am 23. Juni gab Rektor Karlheinz Töchterle den positiven Bescheid zur Habilitation. Und erteilte Obwexer somit die …

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Aus ff 27 vom 03. Juli 2008

Wechselkurs: Vorauseilende Börse

Die Sonne strahlt, die Fluren lachen, und das Badewetter lockt: lauter gute Gründe, nach draußen zu gehen – und nicht etwa zu Hause zu hocken und über die Minuszeichen im Depotauszug zu sinnieren. In der Tat zählt das so­eben abgelaufene erste Halbjahr zu den schwärzesten der Börsengeschichte: Gemessen am breit gefassten FTSE Eurofirst 300, haben europäische Dividendenpapiere in den 26 Handelswochen seit Jahresbeginn 21 Prozent an Wert verloren – das schlechteste Resultat seit Lancierung des Index vor 22 Jahren. Global gesehen, sind Aktien um 11,7 Prozent zurückgekommen: Die Performance des MSCI Weltindex seit Jahresbeginn ist die kläglichste seit dem ersten …

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Aus ff 26 vom 26. Juni 2008

Wechselkurs: Die Flut kommt jetzt

Der Inflationsdruck avanciert immer mehr zu einem internationalen Leitthema. Der Hauptschauplatz liegt jedoch nicht im Westen. Zwar liegt die aktuelle Teuerungsrate von 3,7 Prozent deutlich über der von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzten Obergrenze von „unter, aber nahe an 2 Prozent“. Doch lassen die Kaufkrafthüter der Eurozone keinen Zweifel daran, dass sie alles unternehmen werden, damit im Laufe der nächsten ein bis zwei Jahre wieder Normalität herrscht: Die bereits in Aussicht gestellte Leitzinserhöhung von 4 auf 4,25 Prozent dient dazu, einem Anstieg der langfristigen Inflationserwartung in den Köpfen der Marktteilnehmer vorzubeugen. Eine ähnliche Haltung nehmen die …

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Aus ff 25 vom 19. Juni 2008

Panorama: “Wirtschaft mit Schwachstellen”

Wirtschaft: Der Raiffeisenverband zieht Bilanz. Und Konrad Palla ermahnt.

(aa) Keine Jahresversammlung des Raiffeisenverbandes, ohne dass Konrad Palla nicht den Anfang vom Ende des Wirtschaftswunderlandes Südtirol vorausgesagt hätte. Dieses Mal, ein halbes Jahr vor seinem Austritt aus dem Amt, sollte es nicht anders sein.
Der Verbandsdirektor wird nicht müde, auf die wirtschaftlichen Schwachstellen des Landes hinzuweisen – positive Bilanz hin oder her. Er spricht die rund 100 weniger gewordenen Unternehmen an, die hohe Anzahl der Insolvenzfälle und den Anstieg der Immobilienpfändungen. Auch liege der Verschuldungsgrad der Unternehmen und privaten Haushalte weit über dem gesamtstaatlichen Haushalt. In einigen Branchen scheinen die Wachstumspotenziale erschöpft. Als problematisch erweise sich laut …

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Wechselkurs: Eine EU der Freiwilligen

Seitdem Irland vor 35 Jahren der EU beigetreten ist, hat es um 55 Milliarden Euro mehr aus den Brüsseler Kassen ausbezahlt bekommen, als seine Einzahlungen ausmachten. Hinzu kommen noch die Vorteile des europäischen Einheitsmarktes und die der europäischen Gemeinschaftswährung. Wie kaum ein anderes Land hat die Grüne Insel von der EU profitiert: Dies hielt jedoch die Mehrheit seiner Bürger nicht ab, gegen den Lissaboner Vertrag zu stimmen, der den Vertrag von Nizza reformieren und der auf mittlerweile 27 Mitglieder angewachsenen EU zu mehr Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit verhelfen sollte: nummerische Verkleinerung von Kommission und Parlament; vermehrte …

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